Trierer Genossenschaft will 100 Sozialwohnungen bauen

Wohnungsmarkt : Trierer Genossenschaft will 100 Sozialwohnungen bauen

Die Bau- und Vermietungsgenossenschaft Trier (BVT) kalkuliert mit Mieten in Höhe von sieben Euro pro Quadratmeter.

(red) In der von über 100 Teilnehmern frequentierten Mitgliederversammlung der Bau- und Vermietungsgenossenschaft Trier eG (BVT) teilte der Vorstandsvorsitzende Albrecht Huber den Mitgliedern sowie dem als Ehrengast und Vertreter des Stadtvorstandes teilnehmenden Baudezernenten Andreas Ludwig mit, dass die Genossenschaft sich auch nach Fertigstellung der 35 Neubauwohnungen im Jahr 2018 weiterhin verstärkt durch den Bau von öffentlich geförderten Wohnungen im bezahlbaren Segment der Mietwohnungen engagieren will.

Dadurch soll der angespannte Wohnungsmarkt in diesem Mietenbereich von bis zu sieben Euro pro Quadratmeter spürbar entlastet und gleichzeitig das günstige Angebot der eigenen Genossenschaftswohnungen mittelfristig von zurzeit rund 1100 Einheiten auf etwa 1200 Wohnungen erhöht werden.

Zunächst wird die BVT einen Bauantrag zur Errichtung von 28 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 36 Stellplätzen einreichen.

Nach Erhalt der Baugenehmigung könnte noch in diesem Jahr mit dem Neubau auf einem Grundstück der Genossenschaft, das bisher als Parkplatz dient, begonnen werden, so dass die mit öffentlichen Mitteln aus dem Wohnungsbauförderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz finanzierten Mietwohnungen bereits 2021 fertiggestellt und vermietet werden können. Durch die öffentliche Finanzierung werden die Mieten mit sieben Euro pro Quadratmeter  kalkuliert und sind somit für viele Wohnungssuchende in diesem Preissegment des Wohnungsmarktes in Trier bezahlbar.

Nach Fertigstellung dieser Anlage wird sich die BVT um den Erwerb von geeigneten und bezahlbaren Baugrundstücken beispielsweise in den zukünftigen Neubaugebieten Burgunderviertel, Castelnau und Jägerkaserne bewerben.

Auch hier sollen bezahlbare Mietwohnungen entstehen, wobei neben den notwendigen Flächen auch die weiterhin gute Förderung durch Landesmittel sowie niedrige Zinsen am Kapitalmarkt die zwingenden  Voraussetzungen sind um das ambitionierte Ziel von insgesamt 1200 bezahlbaren Genossenschaftswohnungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erreichen.

In diesem Zusammenhang bat Albrecht Huber Andreas Ludwig um seine Unterstützung, dass die infrage kommenden Grundstücke nicht allein nach dem erzielbaren Kaufpreis zugeteilt werden, sondern entsprechend dem Konzept des Investors. Die Genossenschaft bietet als Konzept der Stadt an, nicht nur auf Basis der in Trier geltenden Quote von 25 Prozent  zu bauen. Die Quote soll stattdessen bei 100 Prozent liegen – alle Wohnungen sollen öffentlich gefördert und damit bezahlbar zu Mieten von sieben Euro pro Quadratmeter  errichtet werden.

Andreas Ludwig würdigte in seinem Grußwort die bisherigen Leistungen der Genossenschaft im Wohnungsmarkt von Trier. Obwohl fast alle Wohnungen der BVT in den letzten Jahren modernisiert wurden, beträgt die Durchschnittsmiete 6,24 Euro pro Quadratmeter  und liegt damit erheblich unter dem derzeitigen Mietniveau. Bei zukünftigen Neubaumaßnahmen wolle er die BVT unterstützen, sowohl bei Nachverdichtungen als auch bei Bewerbungen um Grundstücke in den neuen Baugebieten.

Albrecht Huber erläuterte anschließend die Bauleistung der BVT im Jahr 2018, die mit 6,6 Millionen  Euro um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.

Davon entfielen vier Millionen  Euro auf Neubauprojekte, insbesondere auf die Fertigstellung der insgesamt 35 Mietwohnungen in der Kloschinskystraße 77c sowie in der Karl-Carstens-Straße und Von- Babenberg-Straße. Dazu kommen  1,4 Millionen Euro für die Modernisierung und Instandhaltung des Wohnungsbestandes sowie 1,2 Millionen Euro für Sanierungsmaßnahmen und Instandsetzung für die verwalteten Eigentumswohnungen.

Insgesamt bewirtschaftete die Genossenschaft Ende des vergangenen Jahres 1909 Einheiten, darunter 1079 eigene Mietwohnungen mit 407 Garagen und  sechs Gewerbeeinheiten sowie 351 Eigentumswohnungen mit 65 Garagen und einer Gewerbeeinheit. Mit diesem Bestand erwirtschafteten die elf Mitarbeiter – darunter drei Teilzeitbeschäftigte und eine Auszubildende – gemeinsam mit den beiden Vorständen einen Jahresüberschuss von rund zwei Millionen Euro. Dieser für eine Genossenschaft in der Größe überdurchschnittliche Überschuss fließt – mit Ausnahme der vierprozentigen Dividende von 40 044 Euro – vollständig in die zukünftigen Neubaumaßnahmen.

Mit zum Erfolg trug ebenso der Aufsichtsrat der BVT bei, der sich nicht nur als Kontrollorgan, sondern ebenso als beratendes Gremiun versteht.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Rechtsanwalt Norbert Feder,  ehrte anschließend das ausscheidende Mitglied Manfred Hübner, der 18 Jahre lang engagiert und mit hohem Sachverstand in mehreren Ausschüssen des Gremiums mitwirkte. Insbesondere bei der Entscheidung des Bauausschusses für den Bau der neuen Geschäftsstelle in der Benediktinerstraße 44 incl. der 13 Mietwohnungen hat sich Hübner große Verdienste erworben. Als Nachfolger wurde mit großer Mehrheit Gerhard Dehen gewählt, der ebenso wie sein Vorgänger Bankkaufmann ist und darüber hinaus bereits umfangreiche Erfahrungen im Bereich des Genossenschaftswesens gesammelt hat.

Gertrud Könen, die seit 34 Jahren im Aufsichtsrat tätig ist, wurde einstimmig wiedergewählt. Weiterhin gehören dem Aufsichtsrat Dagmar Quiring, Hartmut Böhme sowie Marco Wolf an.

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