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Trierer Georgsbrunnen erstrahlt in frischem Glanz

Bauwerke : Trierer Georgsbrunnen erstrahlt in frischem Glanz

Stadt und Trier-Gesellschaft begutachten das Ergebnis der Restaurierung und blicken auf die bewegte Geschichte zurück.

Nachdem am Georgsbrunnen auf dem Trierer Kornmarkt im Frühjahr Schmutz und Moos entfernt wurden, kamen abgeblätterte Farbstellen und Schäden an Fugen und Gestein zum Vorschein. Damit war klar: Ein größerer Einsatz war nötig. Fachleute der Firma Hött restaurierten das knapp elf Meter hohe Bauwerk (der TV berichtete).

Finanziell unterstützte die Trier-Gesellschaft die Stadt mit 10 000 Euro bei der Restaurierung, die insgesamt 22 000 Euro kostete. Bei der gemeinsamen Begutachtung des sanierten Brunnens hob OB Wolfram Leibe das gesellschaftliche Engagement der Trier-Gesellschaft hervor. Zudem würdigte er die hohe handwerkliche Kunst, mit der der Brunnen restauriert worden sei.

Besonders herausfordernd waren laut Malermeister und Geschäftsführer Nicolas Hött während der vierwöchigen Arbeiten die Marmorierungen und die Goldelemente. Hierfür war Martin Esch verantwortlich, der bereits das Marktkreuz und den Pranger in der Brotstraße restaurierte. Dennoch: „So ein Bauwerk zu restaurieren ist schon immer noch etwas Besonderes“, sagte er.

Bei der Farbe für den Brunnen wurde vor allem darauf geachtet, dass sie lichtbeständig ist. Hött geht davon aus, dass sie – bei regelmäßiger Reinigung – mehr als 20 Jahre ansehnlich sein wird. Karlheinz Scheurer, Vorsitzender der Trier-Gesellschaft, freute sich, dass der Brunnen nun wieder in „schönem Glanz“ erstrahlt.

Die erste offizielle Erwähnung des Georgsbrunnens findet sich im Jahr 1746, als die Trierer Stadtväter beschlossen, ihrem Landesherrn und Kurfürsten Franz Georg Graf von Schönborn zu Ehren einen Brunnen zu errichten. 1751 wurde er dann in einem feierlichen Akt den Trierern präsentiert. Einige Zeitgenossen hatten das neue Bauwerk offenbar so gern, dass Steinmetzstücke stahlen und sogar Bleiplatten aus dem Brunnentrog entfernten. Die Politik reagierte darauf mit einem mannshohen Eisengitter, das rund um den Brunnen errichtet wurde und die Langfinger davon abhalten sollte, weiter Hand an das Bauwerk anzulegen. Erst 1907 wurde das schwarze Eisengitter wieder entfernt.

Während des Zweiten Weltkriegs verhinderte eine Haube über dem Brunnen die völlige Zerstörung – in einer Nacht des Jahres 1944 wurde er jedoch getroffen und teilweise zerstört. Erst 1958 verhalfen die Denkmalschützer dem Georgsbrunnen wieder zu altem Glanz – nachdem sie zuvor drei Jahre lang Bruchstücke gesichtet, sortiert und diese wieder zusammengesetzt hatten.

(red)