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Trierer Handel gestern und heute: Verrückt in der Sim

Trierer Handel gestern und heute: Verrückt in der Sim

Parken in der Simeonstraße, in Triers Top-1a-Lage - das allein ist es nicht, was auf dem historischen Foto von 1959 verwundert. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass auf dem aktuellen Bild Barock und Klassizismus nun im Schulterschluss vereint sind.

Was den Schluss nahelegt: Entweder hat das Haus mit dem Eissalon oder das mit dem markanten Dreiecksgiebel seinen Standort verändert. Des Rätsels Lösung: Das klassizistische Gebäude rechts steht da, wo es schon seit fast 200 Jahren steht. Die Fassade des barocken Hauses Schellenberg wurde Anfang der 1960er Jahre um rund 25 Meter "verrückt". Grund war der Kaufhof-Neubau an der Stelle des Kaufhauses Hägin. Auch Nachbargebäude mussten weichen. Investor und Denkmalpflege fanden einen Kompromiss, mit dem die zumindest baugeschichtlich bedeutende Hausfront erhalten werden konnte. Sie wurde dem Kaufhaus vorgeblendet. Wer heute aus Richtung Porta kommend auf kürzestem Wege in den Kaufhof geht, durchschreitet das Schellenberg-Portal. Der Kaufhof in der Sim war die erste Filiale eines Warenhaus-Konzerns in Trier. Zwei weitere folgten: 1973 Horten (heute Galeria Kaufhof, Fleischstraße) und 1975 Neckermann (heute Karstadt, Simeonstraße). (red)/Fotos: Stadtarchiv/Josef Tietzen Der im Verlag Michael Weyand, Trier, erschienene Band VI der Reihe "Weißt du noch?" mit dem Titel "Trierer Handel - gestern und heute" ist für 14,90 Euro im Buchhandel und im TV-Shop erhältlich. Die historischen Fotos stammen aus dem Stadtarchiv und von TV-Lesern.