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Trierer Komödschie: Ein Mann spielt verrückt!

Theater : Sex, Bestechung und Aromatherapie

Was tun, wenn man als Bauamtsleiter so richtig Mist gebaut hat? In dem turbulenten Lustspiel „Ein Mann spielt verrückt!“ ziehen die Darsteller alle Register und sorgen für einen höchst unterhaltsamen Abend in der Halle am Bach.

Man nehme je eine gute Portion Raffgier, Sex und Eifersucht, füge einiges Geltungsbewusstsein und reichlich Lokalkolorit hinzu. Das Ganze längere Zeit auf kleiner Flamme schmoren – und man erhält ein köstliches und gut bekömmliches Potpourri.

„Ein Mann spielt verrückt!“ heißt das neueste Stück des seit neun Jahren bestehenden Vereins Trierer Komödschie, das an drei Tagen nacheinander aufgeführt wird. Die Hauptrolle scheint Darsteller Ralph Adrian auf den Leib geschrieben zu sein. Dieser will seinen – doch sicher – wohlverdienten Urlaub genießen, schon ruft der Bürgermeister an. Schade, dass dieser nicht sehen kann, wie sein Bauamtsleiter Karl-Heinz von Meseberg während des In-den-Hörer-Sülzens einen Diener nach dem anderen macht. Und gut, dass er das beherzte „Arschloch!“ nach dem Telefonat nicht mitbekommt.

Von Meseberg hat’s aber auch nicht leicht. Ehefrau Gerthilde (gut gelaunt: Jutta Scharff) ist längst begeisterte Golferin und lebt „auf großem Fuß“. Für seine menschlicheren Bedürfnisse kommt dem Beamten das neue Etablissement „Passion“ in Sirzenich sehr recht. Pech nur, dass er sich für die Baugenehmigung mit freiem Eintritt und üppig Salär bestechen lassen hat … da hilft alles Gefluche und Gezetere – natürlich in feinstem Trierisch – nichts. Da kann man ja nur noch verrückt spielen … so schneidet Ralph Adrian eine Grimasse nach der anderen, misshandelt das hauseigene Sofa, verwechselt gar Klo- mit Zahnbürste.

Alle gut gemeinte Chakra- und Aromatherapie von Eso-Tochter Charlotte (köstlich: Janine Bouillon) ist nicht wirklich förderlich; Hausfreund und Arzt Richard Schmeichel (charmant: Eugen Lehnertz) muss sich etwas mehr einfallen lassen. Auch Werner Lieberz als stocksteifer Versicherungsvertreter, Heike Amidon als Pflegekraft mit Asperger-Tochter (Celina Lehnertz bezaubernd in ihrer ersten Rolle), Gudrun Brode als volksfreundaffine Nachbarin und Angelika Edmonds als Edelnutte – très charmante –, sorgen in der mit 160 Gästen besuchten Halle am Bach für einen Lachanfall nach dem anderen. „Die Schauspieler bringen eigene Ideen ein“, sagt Regisseurin Tina Richter. „Das ist toll, wie sie ihre Rollen umsetzen! Unsere Proben sind immer sehr lustig.“ Nach rund zweieinhalb Stunden werden alle Akteure vom Publikum begeistert für ihren Spieleifer gefeiert. Weitere Mitwirkende: Monika Rietz, Klaus Schenten, Carlo und Lina Secondulfo, Uli Seibert.