1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Trierer kümmern sich um Gottesdienste

Trierer kümmern sich um Gottesdienste

Mit dem Deutschen Liturgischen Institut ist in der Trierer Weberbachstraße eine Einrichtung beheimatet, die für ganz Deutschland Fragen rund um den Gottesdienst bearbeitet. Dort geht man mit der Zeit und erobert die Neuen Medien für sich.

Trier. Dass der Sitz des Deutschen Liturgischen Instituts der katholischen Kirche in Deutschland in Trier liegt, ist eher ein Zufall. Leiter Prälat Eberhard Amon erzählt, der damalige Trierer Generalvikar habe die Hoheit über Finanzen und Personal gehabt und so das Institut nach Trier geholt. Das war 1947. Die deutschen Bischöfe sahen sich damals zu einer Antwort auf die seit Beginn des Jahrhunderts aufkeimende liturgische Bewegung genötigt. Diese Bewegung strebte eine Veränderung der Liturgie an, sie wollte die Gläubigen stärker einbeziehen. Seither ist das Deutsche Liturgische Institut "die Zentralstelle für Fragen rund um den Gottesdienst", wie Prälat Amon die Aufgaben des Instituts zusammenfasst.
Neben der Unterstützung der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz umfasst die Arbeit auch die liturgische Bildung und Forschung. Als "eine der weltweit größten Liturgie-Bibliotheken", deren Bestände mehr als 70 000 Bücher und 250 laufende Zeitschriften umfasst, ist das Institut eine Anlaufstelle für alle Wissenschaftler und Laien mit Fragen zur deutschen und internationalen Liturgie der katholischen Kirche.
Ein 18-monatiger Liturgie-Fernkurs bietet die Möglichkeit, die Bedeutungen hinter den Riten eines Gottesdiensts zu erlernen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Herausgabe von Praxishilfen, die Vorschläge für die Gestaltung der verschiedenen Gottesdienstformen enthalten. Sie würden gut angenommen, sagt Amon. Dies gilt zum Beispiel auch für die Gestaltung von Wortgottesdiensten, für die es keine Anweisungen aus Rom gibt. Wegen des Priestermangels in Deutschland ersetzt diese Form oft eine Messe. Wortgottesdienste können auch von Laien geleitet werden.
Eine wichtige Rolle spielte das Institut auch bei der Überarbeitung des Gebetbuchs "Gotteslob", das im vorigen Jahr in die Schlagzeilen geriet, weil es auf zu dünnem Papier gedruckt worden war (der TV berichtete). Auf einer Internetseite hat das Institut Informationen rund um das neue Gotteslob zusammengestellt. Die App "Liedfinder GL" hilft, bekannte Lieder im Gebetbuch zu finden.
Stolz ist Amon auch auf die Stundengebets-App, die er auf dem eigenen Handy vorführt. Sie zeigt jeden Tag Gebete von den Laudes (Morgenlob) bis zur Komplet (Nachtgebet) sowie die Tageslesung an. cli
Info: www.liturgie.de