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Trierer Mäusheckerhalle für Wochen gesperrt

Trierer Mäusheckerhalle für Wochen gesperrt

Die Deckenkonstruktion der Mäusheckerhalle in Trier hat gravierende Schäden und ist deshalb eine Gefahr – das meldet die Stadtverwaltung am späten Mittwochnachmittag. Die Halle bleibt deshalb für Wochen gesperrt. Am Donnerstagabend soll eine Krisensitzung mit den Sportvereinen stattfinden.

"Der erste Verdacht auf statische Probleme hat sich bestätigt", erklärt Ralf Frühauf vom Trierer Presseamt. Die Stadtverwaltung hat die Mäusheckerhalle am vergangenen Freitag völlig überraschend gesperr t und diesen Schritt mit möglichen Sicherheitsmängeln in der Deckenkonstruktion begründet.

Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani hat daraufhin ein neues Gutachten angekündig t, das diesen während einer Routineuntersuchung aufgetauchten Verdacht überprüfen soll. Das Ergebnis liegt vor: Das Gutachten bestätigt gravierende Schäden in der Decke und die daraus resultierenden Gefahren.

Zwei Schulen und viele Trierer Sportvereine sind auf die Mäusheckerhalle als Trainings- und Spielort angewiesen. Für sie alle ist die aktuelle Meldung der Stadt eine sehr schlechte Nachricht: Die Sperrung wird aus Sicherheitsgründen aufrechterhalten - "zumindest mehrere Wochen", sagt Frühauf.

Die Stadt will in den beiden nächsten Wochen verschiedene Sanierungsszenarien untersuchen lassen und dann unverzüglich entsprechende Maßnahmen einleiten. "Vorrangiges Ziel ist, die Schließung der Halle auf einen möglichst kurzen Zeitraum zu beschränken", betont Ralf Frühauf. Nach seinen Angaben prüfen Fachleute momentan, ob nach dem Ausbau der abgehangenen Deckenkonstruktion eine Nutzung mit Einschränkungen bei der Akustik und Beleuchtung möglich ist, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen. "Weiter wird geprüft, ob eine Verstärkung oder ein Neubau der Decke wirtschaftlich ist." Die Stadt will auch prüfen, ob eine "Zeltlösung" effektiv und sinnvoll ist. Die Ergebnisse all dieser Prüfungen sollen in zwei Wochen vorliegen.

"Die Auslagerung der zahlreichen Sportvereine bereitet aufgrund der ohnehin knappen Hallenressourcen in der Stadt Trier Probleme", räumt der Sprecher der Stadtverwaltung ein. "Dennoch bemüht sich das Amt für Schulen und Sport um tragfähige Lösungen. In Einzelfällen konnten alternative Trainingsorte angeboten werden." Am Donnerstagabend soll eine vom Schul- und Sportamt geleitete Krisensitzung mit den betroffenen Vereinen stattfinden.

"Für uns geht es um die Existenz", sagt Günter Ewertz, Manager der in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga spielenden Dolphins Trier. Sollte die Mäusheckerhalle dauerhaft gesperrt bleiben, "wird das gravierende Auswirkungen bis hin zum möglichen Rückzug der Mannschaft aus der Bundesliga haben". Die Rollstuhlbasketballer hatten bereits 2013 wegen Brandschutzproblemen von der Wolfsberg- in die Mäusheckerhalle umziehen müssen.

Auch Herbert Schumacher, Vizepräsident Spieltechnik im Handballverband Rheinland, meldet sich zu Wort. Nach dem Sportstättenförderungsgesetz von Rheinland-Pfalz, so betont Schumacher, haben die Vereine einen öffentlich-rechtlichen Anspruch auf die Hallennutzung. "Es wäre der richtige Weg gewesen, nach Feststellung der bereits vor Wochen erkannten Mängel die betroffenen Vereine auf mögliche Konsequenzen hinzuweisen, um dann noch rechtzeitig eine entsprechend geänderte Saisonplanung abzustimmen." Diese Chance sei aber vertan. Stattdessen habe die Stadt die Vereine mit einer "nach wie vor unbegründeten Einzelentscheidung" vor vollendete Tatsachen gestellt.