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Trierer Mundart - 3000 Redewendungen auf 352 Seiten

Trierer Mundart : „Datt waor aawer nött aus der Lamäng gemaach“ – Und viele weitere Sprüche auf Trierer Platt

Große Nachfrage plus Zuspruch vom OB: Mundart-Spezialist Josef Marx bringt sein Redewendungen-Buch in stark erweiterter Neuauflage heraus. Unter den neuen Sprüchen befinden sich echte Klassiker und wahre Perlen.

„Ach, würden doch alle meine Empfehlungen so beherzigt“., mag Triers OB Wolfram Leibe denken, „dann wäre in der Stadtpolitik bestimmt vieles unkomplizierter.“

Josef Marx hat auf Leibe gehört und dessen Ratschlag befolgt. Sprich: das Buch „Mött Muuselwaaser gedaaft“ in zweiter Auflage veröffentlicht. „Diese Ermutigung war mir Ehre und Verpflichtung zugleich“, erklärt Marx, der bis zu Leibes Empfehlung „lange gehadert“ habe. Die im Herbst 2021 erschienene Erstauflage der Sammlung von Redewendungen in Trierer Mundart war binnen kurzer Zeit ausverkauft gewesen. Aber dann nochmal nachlegen?

Das war zunächst aus zweierlei Gründen hinterfragenswürdig: Zum einen sei es eine wirtschaftliche Frage: „Der Verleger Franz-Josef Weyand und ich gehen ein großes finanzielles Wagnis ein.“ Zum anderen mochte Marx „aber nicht einfach nur einen Neudruck. Ich wollte – wenn schon, denn schon – auch etwas Neues bieten.“

Stoff hatte er tatsächlich noch reichlich, nachdem die „Wer kennt Trierer Redewendungen?“-Materialsammlung, zu der auch Leser des Trierischen Volksfreunds umfangreich beigetragen haben, sehr ergiebig ausgefallen und auch nach der Erstveröffentlichung noch Nachzügler eingetrudelt waren.

500 weitere Trierer Redewendungen im Buch von Josef Marx

Des Stadtoberhaupts aufmunternder Zuspruch gab schließlich den Ausschlag. Marx, inzwischen 81-jähriger Trierer, den es beruflich (zuletzt Realschulleiter) in seine Wahlheimat Düsseldorf verschlagen hat, setzte sich noch mal an den Schreibtisch, überarbeitete und ergänzte sein Buch und fügte alles Hinzugekommene ins Register ein. Resultat: eine um 500 auf nunmehr 3000 Redewendungen gewachsene Sammlung von „Festen Redewendungen und freien Wortgruppen in Trierer Dialekt“ (so der Unteritel). Der Umfang ist von 300 auf 352 Seiten gewachsen.

Neben Klassikern wie „Dän haott all Lamben am Brennen“ (Er ist betrunken) oder „e gammer Knibbschi“ (gesundes, wohlgenährtes Kind).finden sich nun auch Perlen wie „Datt waor aawer nött aus der Lamäng gemaach“ (Das war nicht einfach zu lösen), „Datt mer baal obb de Röggen gefaal öss“ (Sehr erstaunt sein). „Datt waor vir Olimszeiden schonns esu.“ (Das war vor langer Zeit schon so) oder „Dän hängkt emm Marie aon der Angel“ (Er ist von einer Frau abhängig).

Viele speziellen Trier Sprachregelungen wurden in den ergänzten Teil aufgenommen. Zum Beispiel: „Langs der Baach gien“. Hier die Bach (feminin) statt der Bach. Oder: „Eisch gien nött raus wäjen dämm Räjen“ (Dativ statt Genitiv).

Nicht zu vergessen kleine Feinheiten, etwa in der unterschiedliche Betonung. „Haoss de Zeit?“ Wei graod nött. (Jetzt nicht), Wei graoden nött. (Jetzt erst recht nicht).

Leibe sei Dank: Wieder einmal zeigt Josef Marx (unter anderem Co-Autor des Trierer Wörterbuchs und langjähriger TV-Mundart-Kolumnist) , wie die trierische Seele tickt und der Trierer die Dinge sprachlich kurz und prägnant auf den Punkt bringt. Ein Genuss und große Freude für alle Liebhaber des Trierer Dialektes. Und nicht nur für mit Moselwasser Getaufte.

„Mött Muuselwaaser gedaaft“ (Untertitel: „Feste Redewendungen und freie Wortgruppen in Trierer Dialekt“) ist im Trier-Verlag Franz-Josef Weyand (Butzweiler) erschienen und für 20 Euro im Buchhandel erhältlich. Bestellung möglich beim Verlag, Telefon 06505/910312, E-Mail: info(@)trier-verlag.de