Trierer Ortsvorsteher im TV-Gespräch: „Karl-Marx-Straße in Trier wird an Bedeutung gewinnen“

Kommunalpolitik : Trierer Ortsvorsteher im TV-Gespräch: „Karl-Marx-Straße in Trier wird an Bedeutung gewinnen“

Die neuen Trierer Ortsvorsteher im Gespräch mit dem TV: Michael Düro will in Mitte/Gartenfeld verschiedene Fäden zusammen aufgreifen und erklärt, wie das Projekt Weststrecke die Stadt am Fluss voranbringen könnte.

Im Stadtteil Mitte-Gartenfeld ist mit Michael Düro bereits der zweite grüne Ortsvorsteher am Ruder: Nachdem Vorgänger Dominik Heinrich wegen eines bevorstehenden Umzugs nicht wieder angetreten war, setzte sich der 49-Jährige in der Stichwahl im Juni durch. Düro arbeitet als Informationswissenschaftler in Luxemburg. In seiner Freizeit läuft der frühere Triathlet gerne. Er ist verheiratet und hat drei Kinder zwischen elf und 15 Jahren.

Was wird sich in Mitte/Gartenfeld in der anstehenden Legislaturperiode ändern?

Michael Düro: „Wenn die Bahnlinie auf der anderen Moselseite kommt und an der Römerbrücke ein Haltepunkt entsteht, werden sich neue Verkehrsströme ergeben. Die Karl-Marx-Straße wird als Weg in die Innenstadt an Bedeutung gewinnen. Wo sich Gestaltungsspielraum ergibt, sollten wir alle Ideen mitdenken, die es für diesen Bereich gibt – ich habe zum Beispiel die Stadt am Fluss vor Augen, die man so wieder stärker in den Fokus rücken könnte. Wir dürfen nicht jedes Thema einzeln betrachten, sondern müssen eine Lösung aus einem Guss suchen.“

Wie kann eine solche Lösung aus einem Guss gelingen?

Düro: „Etwa durch einen verstärkten Austausch auch auf Ortsvorsteher-Ebene. Ich denke da an uns vier benachbarte grüne Kollegen, aber natürlich auch die anderen Ortsbezirke. Wenn man nicht an der Stadtteilgrenze aufhört, wird sich das auch inhaltlich niederschlagen. Deutlich wird das besonders bei Verkehrsthemen: Wie kommt man mit dem Rad von Medard zum Verteilerkreis?“

Was planen Sie konkret in Ihrem Stadtteil?

Düro: „Ich habe die Idee, einen Unesco-Radweg einzurichten, der die Trierer Welterbestätten miteinander verbindet. Es geht mir darum, das Potenzial der Sehenswürdigkeiten für Tourismus, Gewerbe und Gastronomie nutzbar zu machen, so dass die Infrastruktur für Radfahrende davon profitieren kann. Ich könnte mir beispielsweise mehr Wasserspender vorstellen oder auch ein System von Leihfahrrädern. Ich hoffe auf Unterstützung für ein solches Projekt auch aus einem starken und ja jetzt grüneren Stadtrat.“

Wo wird es in Mitte/Gartenfeld Kontinuität geben?

Düro: „Einige Herausforderungen werden uns weiterhin beschäftigen: Das sind in unserem Stadtteil neben den Themen Straßenverkehr und ruhender Verkehr auch die Zukunft der Egbert-Grundschule sowie der Kita St. Agritius. Die Schüler sind nach Kürenz ausgelagert, die Kindergartenkinder müssen nach den Ferien nach Olewig umziehen.  Ich sehe immer noch die beste Lösung darin, die beiden Einrichtungen zusammen auf dem Grundstück der Schule unterhalb des Amphitheaters anzusiedeln.“

Was muss passieren, damit Sie in fünf Jahren zufrieden zurückblicken?

Düro: „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist ein Ortsbeirat, der konstruktiv zusammenarbeitet. Ich hoffe, dass das in der neuen Legislaturperiode weiterhin gelingt. Und ich hoffe, dass wir Projekte über Stadtteilgrenzen hinaus vorantreiben können. Wenn es uns dann noch gelingt, die Verkehrssituation so einzurichten, dass der eine oder die andere gerne und öfter auf das Rad umsteigt, dann werde ich in fünf Jahren sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg.“

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