Trierer Palastgarten im Visier der Drogenfahnder

Kostenpflichtiger Inhalt: Kriminalität : Trierer Palastgarten im Visier der Drogenfahnder (Update)

Die Polizei hat schon länger den Trierer Palastgarten als Drogenumschlagplatz im Visier. Immer wieder sind dort auch in der Vergangenheit Dealer festgenommen worden.

Überraschend kam die Großrazzia im Trierer Palastgarten am späten Dienstagnachmittag nicht. Schon lange hatten die Ermittler den Park als Drogenumschlagplatz im Visier. Bereits vor einem Jahr wurden bei einer Kontrolle zwei Männer festgenommen und eine kleine Menge illegaler Drogen sichergestellt. Seitdem laufen die Ermittlungen, um das Drogenproblem in dem Park am Rande der Trierer Innenstadt in den Griff zu bekommen. Im Mai diesen Jahres wurde dann die Ermittlungsgruppe Straße gegründet, die sich intensiv mit dem Geschehen im Palastgarten und rund um den Hauptbahnhof beschäftigte. Bis zu der Razzia am Dienstag wurden laut Polizei bereits 200 Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Drogendelikte und gewerbsmäßigen Ladendiebstahl eingeleitet. Die meisten Verfahren beziehen sich dabei auf die Konsumenten. Und das sind laut Polizei überwiegend Jugendliche und Heranwachsende, darunter viele Schüler aus Trier. Offenbar besorgen sie sich im Palastgarten hauptsächlich Cannabis, das die Dealer dort wohl in verschiedenen Verstecken deponiert hatten. Letztlich wurden auch am Dienstag Cannabisprodukte „lediglich in geringer zweistelliger Grammzahl“ sichergestellt, wie ein Polizeisprecher unserer Zeitung sagte.

Seit Beginn der Ermittlungen haben die Fahnder 24 mutmaßliche Dealer, „allesamt mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Staaten“, wie die Polizei mitteilte, ausgemacht, die die Drogen verkauft haben sollen. Gegen 15 von ihnen lag bereits Haftbefehle vor. Sieben der mutmaßlichen Dealer seien bei der Razzia am Dienstag verhaftet worden. Zwei Stunden lang riegelte die Polizei für die Aktion den gesamten Park ab und kontrollierte dort 29 und am Hauptbahnhof 22 Personen.

Obwohl beide Orte seit längerem als Drogenumschlagplätze bekannt sind, beurteilt die Polizei die Lage in Trier als seit Jahren unverändert. Eine offene Drogenszene wie etwa in Frankfurt oder Luxemburg gebe es in Trier nicht, sagt auch Andreas Stamm von der Suchtberatungsstelle Die Tür. Drogen, vor allem Cannabis und Amphetamin, würden überwiegend auf Partys, Konzerten, an einigen öffentlichen Plätzen und auch auf Schulhöfen konsumiert. „Selten haben wir mit anderen Drogen zu tun wie zum Beispiel Kokain oder LSD“, sagt Stamm. Auch der Heroinkonsum sei zurückgegangen.

Im vergangenen Jahr starben in Rheinland-Pfalz 58 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. 2017 waren es noch sechs Tote weniger gewesen.

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