Trierer Pilgergruppe berichtet von ihren Erlebnissen vom Weltjugendtag in Panama

Glaube : Oh wie schön war Panama

Mit vielen Eindrücken ist eine Gruppe aus dem Bistum Trier vom Weltjugendtag aus Panama zurückgekehrt. Höhepunkt war die Begegnung mit Papst Franziskus.

(red)  „Es war einzigartige kulturelle Erfahrung und eine großartige Möglichkeit, junge Menschen aus aller Welt kennenzulernen”, erzählt die 17-jährige Anne aus Trier. Zusammen mit mehr als 100 Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Bistum Trier und Luxemburg verbrachte sie zwei Wochen auf dem Weltjugendtag in Panama. Die Reise führte die jungen Menschen nach Portobelo, Colón und schließlich Panama-Stadt, wo sie mit etwa einer halben Million Menschen aus aller Welt den Abschlussgottesdienst mit Papst Franziskus unter freiem Himmel feierten.

Die Gruppe des Bistums Trier startete ihre Reise in Portobelo, einem kleinen Städtchen an der Küste, wo sie die Tage der Begegnung verbrachte. „Die Gastfamilien haben uns sehr gut aufgenommen und wir sind gut in der Gemeinde angekommen”, erzählt Sophie aus Lebach. Trotzdem war das Ankommen ein kleiner „Kulturschock“ für einige der Teilnehmer: In manchen Gastfamilien gab es keine Duschen, nur Fässer mit Wasser, mit dem man sich waschen konnte; auch die Küche war für viele ungewohnt: Der Leguan auf dem Speiseplan einer Teilnehmerin sorgte für viel Gesprächsstoff. Trotzdem hatten viele Tränen in den Augen, als sie am Ende der ersten Woche ihre Koffer wieder packen mussten. Von der Gastfreundschaft, die den Jugendlichen zuteil wurde, schwärmten sie die ganze Woche über. In Portobelo trafen die Weltjugendtags-Pilger auch auf andere Jugendliche aus aller Welt: Mit Kolumbianern, jungen Menschen aus Chile oder Mexiko feierten sie gemeinsam Gottesdienst auf Spanisch oder feierten abends mit den Panamaern auf dem großen Dorfplatz. Drei Argentinier, die alleine unterwegs waren, schlossen sich den Jugendlichen aus dem Bistum Trier sogar für längere Zeit an. Das größte Zusammentreffen fand am Tag der Abreise aus Portobelo statt. Morgens fuhren die Pilgerinnen und Pilger nach Cólon, wo ein großes Weltjugendtags-Festival mit rund 5000 Menschen aus aller Welt stattfand. Nach einem großen Freiluft-Gottesdienst kamen die jungen Leute ins Gespräch mit anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den verschiedenen Ländern, tauschten Erinnerungen wie Armbändchen oder Pins aus und machten viele Fotos. Man tanzte und feierte zusammen unter dem gemeinsamen Nenner, Christinnen und Christen zu sein.

Die Nacht nach diesem Festival verbrachte die Gruppe aus dem Bistum Trier in der Polizeischule von Colón. Bevor sie am nächsten Morgen weiter zu ihrem Ausflug in den Dschungel fuhren, hielten sie eine Morgenandacht auf dem Apellplatz der Schule, zu der sie auch Kadetten der Polizeischule einluden. Dann ging es für zwei Nächte in den Dschungel Panamas. Mit Einbaumbooten fuhren die Jugendlichen in ein kleines Dorf am Rande einer der großen Stauseen, die für den Bau des Panamakanals geschaffen wurden. Sie übernachteten in Zelten, wanderten durch die atemberaubende Natur auf dem Camino Real, der alten Handelsroute der Spanier, auf dem bis zum Bau der Eisenbahnroute Gold und Silber von Panama-Stadt nach Portobelo transportiert wurden, und feierten den abendlichen Gottesdienst im Kerzenschein.

Der erste Eindruck von Panama-Stadt erfüllte diese Vorherhersage: Die Stadt ist groß, laut und reich. Auch hier kamen die Pilgerinnen und Pilger in Familien unter. Diesmal gab es jedoch überall eine Dusche und manche hatten sogar einen Pool im Garten. Hier waren die Jugendlichen in einem der wohlhabenderen Viertel der Stadt untergebracht und erfuhren, wie sehr die soziale Schere in Panama auseinandergeht.

Die großen Reisehöhepunkte  für die Jugendlichen waren schließlich die Veranstaltungen mit Papst Franziskus. Bei der Willkommensfeier für den Papst durften zwei Mädchen aus der Trierer Gruppe die deutsche und die luxemburgische Flagge in einer Choreographie tragen und dem Heiligen Vater sehr nah kommen. Den Abschluss der zweiwöchigen Reise bildete die Vigil mit Papst Franziskus. Auf das große Feld kamen mehr als 300 000 Menschen, übernachteten dort und feierten mit dem Papst den abschließenden Gottesdienst. „Ihr seid nicht die Zukunft, sondern das Jetzt Gottes”, sagte Papst Franziskus in seiner Predigt am Sonntagmorgen. „Er versammelt euch und ruft euch in euren Gemeinschaften und Städten dazu auf, nach den Großeltern, nach den Erwachsenen Ausschau zu halten; aufzustehen und zusammen mit ihnen das Wort zu ergreifen und den Traum zu verwirklichen, den der Herr mit euch geträumt hat.”

Nachdem er den Pilgerinnen und Pilgern aus aller Welt den Segen erteilt hatte, verkündete der Papst den Ort des nächsten Weltjugendtags: 2022 geht die Reise nach Lissabon (Portugal).

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