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Trierer Produzenten stellen neuen Film "Und am Ende sind alle allein" vor

Trierer Produzenten stellen neuen Film "Und am Ende sind alle allein" vor

Der Film "Und am Ende sind alle allein" feiert am Freitag, 8. April, Premiere im Trierer Broadway-Kino. Einige der Szenen hat das Team um Kolja Malik in Trier gedreht. Beim screening015-Festival in Koblenz gewann der Streifen bereits den dritten Platz.

Trier. Im Winter 2012 in der Cocktailbar Funky Abbey: Ein Filmteam um die Produktionsfirma "Beduinen des Westens" dreht erste Szenen ihres geplanten Streifens "Und am Ende sind alle allein". Gerade als Ort der Begegnung sei die Location in Trier-Süd ideal, erläutert Regisseur und Drehbuchautor Kolja Malik (25): "Im Funky Abbey lernen sich zwei Protagonisten kennen - ein perfekter Ort für eine zentrale Szene." Zusätzlich sind die Trie rer Konrad-Adenauer-Brücke und das Moselufer zu sehen.
Der fertiggestellte Film startet am Freitag, 8. April, um 19.30 Uhr im Broadway-Kino. Weitere Termine sollen angesetzt werden, sagt Malik.Roadmovie mit Tiefe


Im Roadmovie der Beduinen geht es um die Suche nach Antworten in einer soghaften Nacht, nach dem totalen Rausch und dem absoluten Höhepunkt. Und auch an die Liebe glauben die Protagonisten nicht: Eva (Nadine Kiesewalter) ist schön und zerbrechlich, Jonas (Sancho Heimrath) will sie retten. Marie (Emilia de Fries) will aus dem Zirkus fliehen, ihr Freund Marc (Robert Seiler) ist ein Schisser. Und dann taucht Karl (Moritz Rehfeld) auf und hat Sprengsätze - so beschreiben die Beduinen des Westens den Inhalt ihres 90-minütigen Films.
Mit 21 Jahren schrieb Kolja Malik das Drehbuch zum Film. Dabei habe er verarbeitet, was er selbst vor vier Jahren erlebt hat. Ermutigt wurde er von Schauspielerin Nadine Kiesewalter: "Damals hat keiner im Entferntesten damit gerechnet, dass das Projekt verwirklicht wird. Erst ein paar Monate später löste der plötzliche Tod einer 19-jährigen Freundin die Realisierung aus." Per Crowdfunding, einem Aufruf im Internet, beteiligten sich Nutzer durch Spenden. Das gesamte Budget belief sich auf rund 3000 Euro. "Wir haben mit einem Team gearbeitet, die alle Lust auf das Projekt hatten. Sie konnten sich damit identifizieren und haben freiwillig auf Gagen verzichtet."
Nach mehr als einem halben Jahr fiel die letzte Klappe. Malik beschreibt die Drehzeit als "nervenaufreibende, anstrengende und spannende" Monate. Ziel des Projekts sei bewusst kein Film in Hochglanz. Im Vordergrund habe der Versuch gestanden, mit der Kamera spontan das gezeigte Lebensgefühl aufzufangen: "Es gibt nur wenige deutsche Filme, die so sehr mit Atmosphäre arbeiten wie wir. Wir spielen mit Realitäten. Durch den Film soll ein Sog entstehen", erklärt der 25-Jährige.
Dazu stellte Malik ein Team von ausgebildeten Schauspielern und Laiendarstellern zusammen. Bereut habe er diese Entscheidung nicht, wie er sagt. Denn so herrschten im Team bereits Spannungen und Konflikte: "Ausgebildete Schauspieler sprechen professionell in klarem Theaterdeutsch. Wenn aber beim Dreh Darsteller so sprechen, wie sie es im Alltag tun, hat das eine Wirkung auf die Profis: Sie passen sich an."
Premiere feierte das Roadmovie im vergangenen Jahr auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Im November gewann das Produktionsteam um Jonas Vogel, Yvonne Griesinger und Kolja Malik den dritten Preis beim screening015-Festival in Koblenz.
Zusätzlich lief der Film im Februar auf dem Boddinale Filmfestival in Berlin - einer Festwoche, die großen Filmen mit kleinem oder keinem Budget ein Forum bietet. Im Herbst soll eine DVD des Streifens auf den Markt kommen.Extra

Die Beduinen des Westens GbR sind eine Produktionsfirma um Jonas Vogel, Yvonne Griesinger und den gebürtigen Trierer Kolja Malik. Ihre Filme handeln vom ständigen Unterwegssein zwischen verschiedenen Bahnhöfen, Welten oder Gefühlen, wie das Team sie selbst beschreibt. Nach den Filmen "Seifenblasen" und "Burn it down" ist "Und am Ende sind alle allein" ihr dritter Streifen. beh Weitere Infos unter: beduinen-des-westens.de