Trierer Romanistin diskutiert mit Nobelpreisträger Vargas Llosa

Trierer Romanistin diskutiert mit Nobelpreisträger Vargas Llosa

Folke Gernert ist Romanistin an der Universität Trier. Sie hat nun den Band "Lozana andaluza" in Zusammenarbeit mit Jacques Joset von der Universität Lüttich ediert. Bei der Präsentation traf sie auf Nobelpreisträger Vargas Llosa.

Trier/Madrid. Die von der Königlichen Spanischen Akademie (Real Academia Española) herausgegebene Bücherreihe "Biblioteca Clásica" ist um drei Werke erweitert worden: Eine entscheidende Rolle spielte dabei Folke Gernert, Romanistin an der Universität Trier. Sie hat den Band "Lozana andaluza" in Zusammenarbeit mit Jacques Joset von der Universität Lüttich ediert.
Die drei ergänzenden Werke wurden bei einem Kolloquium im Caixaforum in Madrid präsentiert. Auch der peruanische Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa nahm daran teil und stand für die Ergänzungsbände Pate.
Folke Gernert und ihre Kollegen Francisco Rico und Luis Gómez Canseco stellten die neu herausgegebenen Bücher "La lozana andaluza", "Guzmán de Alfarache" und "Lazarillo de Tormes" vor. Inhaltlich verbunden sind diese Werke durch Elemente des Schelmenromans sowie der Erotik im weitesten Sinne. Vargas Llosa führte mit Folke Gernert und ihren Kollegen eine literarische Debatte.
Sie bedauerten, dass diese Klassiker in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung verlieren und nur noch von einer akademischen Minderheit gelesen werden, obwohl sie inhaltlich wie sprachlich den Durchschnittleser ansprechen. Folke Gernert erläuterte die Geschichte um den Autor der "Lozana andaluza": Der Geistliche Francisco Delicado aus Córdoba habe in das Werk seine erschöpfenden Kenntnisse der Unterwelt des ausschweifenden Roms des 16. Jahrhunderts eingebracht. Zum Abschluss resümierte Gernert: "Es war ein erhebendes Gefühl, Mario Vargas Llosa in seiner unverwechselbaren Sprache von der eigenen Arbeit sprechen zu hören." red

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