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Trierer soll unter Drogen seine Wohnung angezündet haben

Kriminalität : Trierer soll unter Drogen seine Wohnung angezündet haben

Ein 35-Jähriger muss sich in Trier wegen besonders schwerer Brandstiftung verantworten. Bei dem Feuer wurden sieben Menschen verletzt. Neben einer Strafe stehen die Anordnung von Sicherungsverwahrung und der Aufenthalt in einer Entzugsklinik im Raum.

Nur rund drei Wochen währte die Freiheit eines jungen Mannes, der sich wegen schwerer Brandstiftung und Körperverletzung in sieben Fällen vor dem Trierer Landgericht verantworten muss. Er war gerade nach langjähriger Haft aus dem Gefängnis entlassen worden, als er erneut festgenommen wurde. Seit dem 6. Februar sitzt er in Untersuchungshaft. Nun hat der Prozess gegen ihn begonnen. Am ersten Tag wurde die Anklage verlesen.

Der heute 35-Jährige soll im Februar dieses Jahres ein Kissen angezündet und auf sein Bett gelegt haben. Die Matratze fing sofort Feuer. Daraufhin soll der junge Mann seine Wohnung in einem Mehrparteienhaus in der Koblenzer Straße in Trier-Quint verlassen haben und von einer nahe gelegenen Pizzeria aus wenig später die Feuerwehr gerufen haben.

„Wie vom Angeklagten geplant“, so die Staatsanwaltschaft, entwickelte sich das Feuer zu einem vollen Wohnungsbrand. Die komplette Einrichtung wurde zerstört, der Flur des Hauses, in dem 16 Mietparteien lebten, wurde stark verraucht. Dadurch war den Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten. Die Feuerwehr brachte sie mit so genannten Fluchthauben nach draußen.

Es entstand ein Schaden von 100 000 Euro. Sieben Bewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung, vier weitere einen Schock.

Der Angeklagte hat die Brandlegung laut Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren gestanden. „Das Motiv für die Tat ist aber noch unklar“, sagt Peter Fritzen, Leitender Oberstaatsanwalt, auf Anfrage des TV. Die Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung müsse die Motivfrage klären.

Außerdem werde zu prüfen sein, ob im Falle eines Schuldspruchs neben einer Strafe die Unterbringung des Angeklagten in einer Entzugsklinik in Betracht komme. Denn: Der Angeklagte hat laut Fritzen vor der Tat Amphetamin konsumiert. Das sei durch eine Blutprobe festgestellt worden, die ihm nach seiner Festnahme entnommen wurde.

Und auch die Anordnung von Sicherungsverwahrung steht im Raum. „Der Angeklagte ist in erheblichem Umfang vorbestraft. Er hat in der Vergangenheit schon mehrfach Haftstrafen verbüßt, insbesondere wegen Eigentums- und Gewaltdelikten“, erklärt Fritzen. Der 35-Jährige sei erst etwa drei Wochen vor der Tat aus dem Gefängnis entlassen worden.

Der Angeklagte hat bereits eingeräumt, den Brand gelegt zu haben. Ihr Mandant werde auch vor Gericht eine Einlassung machen, sagt dessen Verteidigerin Sylvia Karrenbauer.

Bewerten muss die Aussage der psychiatrische Gutachter, der am ersten Prozesstag noch nicht anwesend war. Die Verhandlung wird am Mittwoch, 6. November, um 9 Uhr vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Trier fortgesetzt.