Trierer SPD fordert mehr Sicherheit für Straßenstrich

Kostenpflichtiger Inhalt: Sexarbeit : Trierer SPD fordert mehr Sicherheit für Straßenstrich

Nach Aussagen einiger Politiker sind die Arbeitsbedingungen für Sexarbeiterinnen zu gefährlich. Toiletten und die Erlaubnis, auch am Tag zu arbeiten, sollen Bedingungen für Prostituierte verbessern.

Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern müssen laut Gesetz Bereiche ausweisen, in denen Straßenprostitution zulässig ist. In Trier ist das die Ruwererstraße (zwischen Eisenbahnbrücke und Einmündung des Radweges) und entlang der Bitburger Straße (B 51), etwa in Höhe des ersten stadtauswärts gelegenen Parkplatzes. Rund acht Frauen insgesamt stehen mehr oder weniger regelmäßig dort, um ihre Dienste anzubieten.

Die Trierer Sexarbeiterin Nicole Schulze fordert seit mehr als einem Jahr Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auf dem Straßenstrich. Die 40-Jährige sitzt mit am städtischen Runden Tisch für Sexarbeit und steht auch in Kontakt mit den Stadtratsfraktionen. Bereits im vergangenen Oktober hatte Sozialdezernentin Elvira Garbes (Grüne) auf TV-Nachfrage erklärt, dass die Arbeit auf dem Trierer  Straßenstrich derzeit „unattraktiv bis gefährlich“ sei und sie Verbesserungsbedarf sehe.

Die SPD-Fraktion hat nun für die nächste Ratssitzung am Dienstag, 28. Januar, einen entsprechenden Antrag eingereicht: „Die aktuelle Situation auf dem Straßenstrich in der Ruwerer Straße erfüllt nicht die Minimalanforderungen, die die Sozialdemokraten sich wünschen“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Der Bereich sei zu wenig beleuchtet, es gebe keine Sanitäranlagen und die „Berufsausübung“ sei nur zu „später Stunde“ möglich, kritisiert die SPD. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Sexarbeiterinnen Rahmenbedingungen vorfinden, bei denen sie möglichst wenig Gefahren ausgesetzt sind“, fordert der Fraktionsvorsitzende Sven Teuber.

Auch Sexarbeiterin Nicole Schulze, die ihre Dienste in ihrem Wohnmobil auf verschiedenen Mitfahrerparkplätzen rund um Trier anbietet, fordert: „Bislang dürfen die Frauen nur nachts zwischen 22 und 4 Uhr arbeiten – das darf so nicht bleiben, kein anderer Beruf ist auf die Nachtstunden eingeschränkt, der Trierer Straßenstrich muss rund um die Uhr freigegeben werden.“

Außerdem müsse die Stadt, die schließlich verpflichtet sei, einen Straßenstrich zuzulassen, für mehr Hygiene sorgen. „Es müssen dort Toiletten geschaffen werden und Waschgelegenheiten. Und auch Mülleimer sollten aufgestellt werden, damit die Frauen und ihre Kunden Abfälle richtig entsorgen können.“

Isabell Juchem, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, meint: „Die bessere Ausstattung des Straßenstrichs soll einerseits dazu beitragen, dass Sexarbeiterinnen eine sichere und angemessene Umgebung vorfinden. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass auch das Verständnis der Anliegerinnen und Anlieger für die betroffenen Frauen größer wird, wenn die Rahmenbedingungen verbessert werden, zum Beispiel dadurch, dass der Müll nicht überall herumliegt.“