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Trierer St.-Augustinus-Kirche nach Verwüstung wieder geöffnet

Gemeindeleben : Trierer Augustinuskirche ist wieder geöffnet

Nach der Vandalismus-Attacke vom Dienstag sind die Aufräumarbeiten weitgehend beendet, und das Gemeindeleben geht weiter. Pastor Michael Bollig bittet um ein Gebet für den 20-jährigen Tatverdächtigen.

Pfarrer Michael Bollig Michael hätte allen Grund sauer zu sein. Sauer auf denjenigen, der am Dienstag eine Schneise der Verwüstung in der St- Augustinus-Kirche hinterlassen hat. Einrichtungsgegenstände auch in Nebenräumen zerstört, Fensters zertrümmert, Kabel und Steckdosen herausgerissen, Blutspuren hinterlassen ... Dringend tatverdächtig: ein 20-Jähriger, den die Polizei im Gewahrsam nahm, nachdem er neben dem Gotteshaus im Stadtteilzentrum Im Treff tobte. Doch der 53-jährige Seelsorger ist nicht sauer: „Das wäre unchristlich. Der junge Mann braucht jetzt Beistand. Ich werde die Gemeinde in meiner Predigt bitten, für ihn zu beten.“ Der Ausnahmezustand, in dem sich der Mann befunden haben muss, als er im Gotteshaus wütete, ist Bollig „näher gegangen als als die Schäden. Die lassen sich beheben. Aber was soll aus ihm werden? Ich hoffe, dass er die Hilfe erfährt, die er braucht.“

Seit Freitag ist die Augustinuskirche wieder geöffnet; Gottesdienste finden nach Plan statt. Die dreitägige Zwangspause wurde zum Aufräumen, Reinigen und zur provisorischen Beseitigung der Schäden genutzt.

In Online-Netzwerken wurde derweil heftig spekuliert. „Migrationshintergrund? Politischer Islam?“ Das war noch einer der harmloseren Kommentare nach der Verwüstung der Kirche. Die Polizei stellt klar: „Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen in Trier geborenen und dort wohnenden deutschen Staatsbürger“, sagt Polizei-Pressesprecher Uwe Konz auf TV-Anfrage. Außerdem gebe es „keinerlei Anhaltspunkte dahingehend, dass der Mann aus politisch oder religiös motivierten Gründen gehandelt haben könnte“. Vielmehr deute „einiges darauf hin, dass die persönliche Situation des 20-Jährigen in der Tat eskaliert ist.“

Der Mann ist der Polizei bekannt: „In jüngerer Vergangenheit wurde gegen ihn wegen einfacher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. So auch nach dem Fall vom Dienstag.“ Im Zuge der Ermittlungen sei ihm eine Blutprobe entnommen worden.

Ihm werde aufgrund der Eskalation in der Kirche zudem der Vorwurf der Gemeinschädlichen Sachbeschädigung gemacht. Der angerichtete Schaden dürfte im hohen fünfstelligen Bereich liegen. .Außerhalb der Kirche habe sich der Mann sehr auffällig und teilweise aggressiv verhalten. Jedoch sei es nach dem derzeitigen Ermittlungsstand zu keinen weiteren Straftaten gekommen. Die weit verbreiteten und bis in Kirchen-Nebenräume reichenden Blutspuren Blutspuren stammen von Verletzungen, die sich der Täter bei seinen Gewaltexzessen (unter anderem Eintreten und Einschlagen von Fensterscheiben) selbst zugefügt hat.>" src="/js/tiny_mce/plugins/irnotes/img/note.png">

Der 20-Jährige wurde mit Schnittverletzungen am Körper, die er sich selbst zugezogen hatte, in ein Trierer Krankenhaus gebracht und nach inoffiziellen TV-Informationen inzwischen in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.