Bücher Jüdische Geschichte ganz neu

Trier · Mittelalterfunde: Trierer Stadtbibliothek kooperiert mit der israelischen Nationalbibliothek.

(red) Die Trierer Stadtbibliothek an der Weberbach ist im Besitz der größten Sammlung mittelalterlicher Fragmente mit Texten in hebräischer und aramäischer Sprache in ganz Deutschland. Diese Sammlung liefert nun einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Judentums weltweit.

Bei den Fragmenten handelt es sich um Bruchstücke aus meist mittelalterlichen Handschriften auf Pergament, die mitunter mehr als 1000 Jahre alt sind. Das älteste Fragment und damit zugleich das älteste Objekt im Bestand der Stadtbibliothek Trier stammt aus dem 7. Jahrhundert. In Trier lagert zudem die bundesweit größte Sammlung mittelalterlicher Fragmente mit Texten in hebräischer und aramäischer Sprache.

Mehr als 450 Einzelteile sind vorhanden. Es handelt sich um einzelne Pergamentblätter aus ehemals vollständigen Handschriften, die zerschnitten  und in die Einbände anderer Handschriften oder früher Drucke eingeklebt wurden. Hier dienten sie als Verstärkung der Einbände im vorderen oder hinteren Buchdeckel.

Die Fragmente beinhalten Texte aus den religiösen und juristischen Schriften des europäischen Judentums.

Die Trierer Sammlung ist mittlerweile vollständig katalogisiert und digitalisiert. Es ist geplant, eine digitale Kopie an die Israelische Nationalbibliothek zu geben. Hier wird die Gesamtüberlieferung des Judentums in hebräischer und aramäischer Sprache weltweit und epochenübergreifend dokumentiert.

„Die Trierer Sammlung bildet eine wichtige Ergänzung dieser Dokumentation. Sie bezeugt zugleich die große Bedeutung der Stadtbibliothek auch für den Bereich der Literatur- und Religionsgeschichte des europäischen Judentums“, betont Bibliotheksdirektor Professor Michael Embach. Die meisten Fragmente wurden in Handschriften und Frühdrucken aus der ehemaligen Augustinerchorherren-Bibliothek Eberhardsklausen (heute Klausen) gefunden.

Andere Teile stammen aus Beständen der Trierer Abteien St. Maximin, St. Matthias und St. Alban sowie des Dominikanerklosters oder des Domes. Möglicherweise wurden die jüdischen Schriften nach Vertreibungen von Juden als funktionslos betrachtet.

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