Trierer Student macht Mode mit Gefühl
Trier · Dandie Zimmermann steht oft bis spätabends im Atelier. Er näht, schneidert und gibt Geld aus. Um sich Stoffe, Knöpfe und andere Utensilien leisten zu können, hat der 28-Jährige an Mode-Wettbewerben teilgenommen. Denn um ein guter Modedesigner zu werden, brauche es vor allem zweierlei: Kreativität und Herzblut.
Trier. Im Moment arbeitet Dandie Zimmermann an seiner Abschlusskollektion fürs Diplom. Acht Studiensemester Modedesign liegen hinter ihm, die Zukunft noch vor ihm. Und für die hat sich der gebürtige Philippiner gewappnet: Denn während seiner Studienzeit hat er viel gelernt, über sich selbst und den Traum, Modedesigner zu werden.
Und so hat alles angefangen: Dandie Zimmermann war erst bei der Bundeswehr. "Dann sah ich einen Bericht über Mode, Designer und Paris im Fernsehen. Da dachte ich: Das kannst du auch!" Von dieser Entscheidung waren nicht alle begeistert: Die Eltern waren dagegen, hätten den Sohn lieber als BWL-Studenten gesehen. Doch Zimmermann schaffte es, sich durchzusetzen. Es folgte eine zweijährige Ausbildung zum Modenäher und dann das Studium in Trier. "Finanziert habe ich mir das durch die Wettbewerbe, für die es Preisgelder gibt. Vor kurzem habe ich den dritten Platz beim Tradewinds Style Award gemacht."
Zuvor war er schon oft genug Erster gewesen - die Anerkennung von Dandie Zimmermanns modischen Werken sind ein weiteres Indiz für das Design im Blut. Doch wo, wenn nicht in der Kleidung selbst, zeigt sich, welche Philosophie der Modeschöpfer ausdrücken will? "Ich möchte nicht die Kunden beschreiben, sie nicht zu etwas machen. Es soll umgekehrt sein. Die Menschen sollen mich als Designer, meine Arbeit, meine Mode beschreiben, mich inspirieren."
Das ist Dandie Zimmermanns Philosophie. Er möchte den Leuten seine Mode nicht aufoktroyieren, sondern sich durch ihre individuelle Persönlichkeit inspirieren lassen und erst im Austausch mit den Kunden zum perfekten Outfit gelangen.
Für Frauen und Männer zugleich
Deshalb heißt seine Abschlusskollektion auch "Anonym": "Diese Outfits sind noch nicht lebendig. Sie werden es erst, wenn sie jemand mit seiner Persönlichkeit füllt", sagt Zimmermann.
Besonders interessant in diesem Zusammenhang: Der Designer hat seine Kollektion androgyn gestaltet. Heißt: Sowohl Männer als auch Frauen können die Kleidungsstücke tragen. Passend zum Thema "Anonym". In zehn Jahren sieht sich Zimmermann im eigenen Laden mit eigenem Label.
Sein Stil? "Ich habe nicht wirklich einen. Ich will, dass sich erst im Austausch mit den Menschen mein Stil formt und so immer weiterentwickelt." Dandie Zimmermanns Mode lässt sich also nicht einfach mit Worten wie "schlicht" oder "ausgefallen" beschreiben. Und doch sind seine Kleider insgesamt vor allem eines: persönlich. In jedes Stück steckt Zimmermann viel Herzblut. "Ich betrachte all meine Kleidungsstücke als kleine Kunstwerke." kne