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Trierer Studenten gewinnen Medienkunstpreis

Trierer Studenten gewinnen Medienkunstpreis

Die Veranstalter des Deutschen Multimediapreises mb 21 zeichneten das Künstlerduo Heintz und Walter mit dem Medienkunstpreis der Stadt Dresden aus. Ihr „Konfrontarium“ sei durch seine gesellschaftliche Relevanz und emotionale Wirkung ein bemerkenswertes Kunstwerk, das den Besucher zum Nachdenken anrege.

Mit der interaktiven Installation "Konfrontarium" haben die beiden Trierer Studenten Matthias Heintz und Jan-Henrik Walter den Medienkunstpreis der Stadt Dresden gewonnen. Beim Erleben des "Konfrontariums" tritt der Besucher in einen Raum mit acht dunklen Plastikköpfen, die sich bei jeglichem Blickkontakt von ihm abwenden. Wenn sich aber der Besucher von den Plastikköpfen wegdreht, starren diese ihn wiederum an.  Das Künstlerduo simuliert mit dem „Konfrontarium“ den Zuschauereffekt .

Die Jury lobte in ihrer Laudatio besonders die gesellschaftliche Relevanz des Kunstwerks: "In einer Gesellschaft, in der Gaffen und Schaulust zum traurigen Alltag gehören und Hilfskräfte für einen ungestörten Blick auf den Unfallort auch gern einmal zur Seite gebeten werden, ist die Installation "Konfrontarium" verstörend und klug zugleich." Das "Konfrontarium" rufe ungute Gefühle hervor, verwirre und rege zum Nachdenken an.

Die Funktionsweise des "Konfrontariums" ist sehr clever: In den Plastikköpfen auf den Podesten sind Servomotoren installiert, die mit versteckten Webcams verbunden sind. Die Webcams registrieren die Blickrichtung des Besuchers und geben die Informationen an die Servomotoren weiter. Diese drehen sich je nach Blickrichtung nun von dem Besucher weg oder starren ihn an. Dies führt dazu, dass der Besucher gleichzeitig von hinten mit durchbohrenden Blicken angestarrt wird, während sich die Köpfe vor ihm wegdrehen, als wollten sie mit der Situation nichts zu tun haben. Dadurch entsteht eine Atmosphäre von Angst und Hilflosigkeit.

Die beklemmende Situation betont die Kernfrage: Wie fühlt es sich an, Hilfe zu brauchen, aber keiner hilft? Das gleichzeitige Ignorieren und Gaffen unterstreicht diesen Aspekt. Durch dieses Erlebnis soll der Besucher selbst darüber reflektieren, wie sich Opfer in einer Notsituation fühlen und wie wichtig Zivilcourage und Hilfsbereitschaft sind. Konfrontarium (Interactive Installation) from Jan-H. Walter on Vimeo .