Trierer Studenten helfen in Afrika

Trierer Studenten helfen in Afrika

Für 14 Studenten der Universität Trier ist es nach Kenia gegangen. Gemeinsam mit kenianischen Studenten haben sie die Gesundheitsversorgung in einem Slum dokumentiert. Doch auch nach der Rückkehr soll das Engagement weitergehen: Mit einem Verein sollen Schüler und Studenten aus Afrika unterstützt werden. Darunter auch einige der kenianischen Studenten aus dem Projekt.

Trier. Es ist ein bleibender Eindruck, den Mathare, der zweitgrößte Slum Nairobis, bei den Studenten aus Trier hinterlassen hat. "Es ist eine ganz andere Welt. Wenn man zurück nach Deutschland kommt, sieht man Einiges schon anders", erzählt der 24-jährige Student Jonas Koch. Er und 13 Kommilitonen aus allen Fachrichtungen sind im März nach Kenia gereist. Drei Wochen lang haben sie täglich den Slum besucht. Dort haben sie in Zusammenarbeit mit einer Gesundheitsorganisation, den German Doctors, und kenianischen Studenten die Bewohner des Slums befragt und medizinische Einrichtungen besucht.
Diese Erfahrung hat bei den Studenten aus Trier auch zu Überraschungen geführt: "Man bekommt schon das Schlimmste zu sehen, aber wir haben auch gemerkt, wie viel Leben es hier gibt", sagt die 23-jährige Manon Assa.
Das Ziel des Projekts sei es gewesen, die Gesundheitsversorgung in dem Slum zu dokumentieren. Darauf basierend sollen dann Verbesserungsvorschläge erstellt werden - ein endgültiger Bericht soll dafür an verschiedene Organisationen und Ministerien in Kenia geschickt werden, erzählt Student Tobias Isenmann. Neben der Dokumentation haben die Studenten außerdem die Gesundheitseinrichtungen im Slum lokalisiert und kartiert, um diese Informationen an die Bevölkerung weiterzugeben, sagt Dozent Johannes Nebe. Der Seniorprofessor organisiert schon seit mehreren Jahren Exkursionen für Studenten nach Afrika. Die Projektarbeit im März sei eine Kooperation mit der Kenyatta Universität in Nairobi gewesen, wodurch sich deutsche und kenianische Studenten kennenlernen konnten.
Doch obwohl die kenianischen Studenten aus wesentlich besseren Verhältnissen stammen als die Menschen in den Slums, können auch sie sich die oft hohen Bildungsgebühren in Kenia nicht immer leisten. Vier von ihnen werden nun durch den von Nebe gegründeten Verein "Bildung fördert Entwicklung" unterstützt.
Aktuell helfe der zu Jahresbeginn gegründete Verein zehn Schülern und Studenten. "Wir möchten Bildung konkret unterstützen. Deshalb sind es nur wenige Menschen, die wir dafür bis zum Ende ihres Schul- oder Universitätsabschlusses fördern wollen", sagt Nebe.
Student Tobias Isenmann, der ebenfalls an dem Gesundheitsprojekt beteiligt war, engagiert sich weiter und hat in dem Verein den stellvertretenden Vorsitz übernommen.
Gerade hat der Verein den vier Studenten aus Nairobi eine Reise nach Trier ermöglicht, um von hier aus Deutschland kennenzulernen. Dabei treffen sie neben Isenmann bestimmt auch noch einige andere Studenten, die sie bereits von der Projektarbeit in Kenia kennen, hofft Nebe.

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