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Trierer Teddydoktoren verarzten plüschige Patienten

Trierer Teddydoktoren verarzten plüschige Patienten

Fachkundige Spezialisten kümmern sich derzeit im mobilen Teddykrankenhaus auf dem Kornmarkt um die Leiden von Plüschtieren. Deren Besitzer lernen so spielerisch, was zu einem Arztbesuch alles dazugehört. Das Konzept kommt gut an, jedes Jahr kommen mehr Besucher.

Trier. In der Anmeldung der Teddybärklinik herrscht Hochbetrieb. Dr. ted. Stefanie Ziewers hat alle Hände voll zu tun, für jedes kranke Plüschtier eine Patientenakte zu erstellen. Wie in einer richtigen Klinik müssen Kind und Plüschtier zunächst im Wartezimmer Platz nehmen. Dort holt sie ein Teddydoktor ab. Medizinstudenten aus Mainz, Ärzte im Praktischen Jahr und Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin vom Mutterhaus Trier übernehmen für zwei Tage die Rolle des "Dr. ted."
"Unsere Teddydoktoren haben alle einen medizinischen Hintergrund. So können sie die Behandlung sehr authentisch nachstellen", sagt Carolin Rhein, Medizinstudentin aus Mainz. Gemeinsam mit Nadine Spieles, ebenfalls Medizinstudentin, leitet sie in diesem Jahr das Projekt.
Elch Mario in Begleitung des fünfjährigen Melvin gehört heute noch zu den leichteren Fällen. Bei ihm wird ein Schnupfen diagnostoziert. Nach der Untersuchung bekommt er ein Rezept ausgestellt: Ein Haribo-Antibiotikum soll den Schnupfen lindern. In der "Teddy-Apotheke" bekommt Melvin seine Süßigkeiten und eine Tapferkeitsurkunde.
Die Idee zur Teddyklinik kommt aus Schweden und wird in Deutschland mittlerweile in vielen Unistädten wie Mainz oder Ulm umgesetzt. Die Trierer Teddyklinik, die mittlerweile zum neuten Mal auf dem Kornmarkt ihre Zelte aufschlägt, wird von Studenten der Fachschaft Medizin an der Universität Mainz organisiert. Ziel der Aktion ist es, Kindern von vier bis sechs Jahren die Angst vorm Arztbesuch zu nehmen. Sie können Untersuchungs- und Behandlungsmethoden beobachten, ohne selbst betroffen zu sein.
Eingeladen zur Teilnahme waren Kindergarten-Gruppen aus Trier und dem Umland. 460 Kindergartenkinder erwartet die Teddyklinik innerhalb von zwei Tagen. "Die Klinik wächst jedes Jahr. Diesmal mussten wir unsere Kindergartensprechstunde um zwei Stunden verlängern", sagt Rhein.
Mit Röntgengerät und Operationssaal können hier auch echte Notfälle behandelt werden. Wolf Annabell von Nina (5) hat sich den Magen verdreht. "Eine ganz seltene Krankheit", erläutert Dr. ted. Nadine Spieles. Ganz wie im echten OP bekommt Annabell zunächst Infusion und Narkose, dann wird der Magen wieder zurecht gerückt.
Am heutigen Donnerstag von 13 bis 17 Uhr können auch Kinder mit Eltern oder Großeltern ohne Voranmeldung in die Teddyklinik kommen. Ein Plüschtier müssen sie von zuhause mitbringen.