Trierer Verein „Doing Good Challenge“ animiert junge Leute zu sozialem Engagement

Helfen : Trierer Verein animiert junge Leute zu sozialem Engagement

Sie singen mit Obdachlosen und basteln in einem Kinder-Hospiz: Rund 11 000 Jugendliche hat der Trierer Verein „Doing Good Challenge“ innerhalb eines Jahres zum Helfen animiert. Bald soll jeder Schüler in Deutschland ihren Wettbewerb kennen.

„Das Ziel ist, dass jeder weiß: Das ist der Wettbewerb für soziales Engagement in Deutschland“, sagt Andreas Laschke, Vorstandsvorsitzender des Trierer Vereins Doing Good Challenge. Vor zwei Jahren ging der Wettbewerb für soziales Engagement in die erste Runde und erreichte auf Anhieb mehr als 11 000 Jugendliche.

Sie wirkten an Projekten mit, die auf unterschiedlichste Weise das Leben anderer etwas besser machen sollen. Teilweise in Kleingruppen, teilweise als ganze Schule. Doch der Verein hat größere Ziele: In den nächsten Jahren soll die Aktion in einem Atemzug mit großen Schulwettbewerben wie „Jugend Forscht“ oder der „Mathematikolympiade“ genannt werden.

Als sogenannte Bundessozialaktion unterstützen die Jugendorganisationen des Rotary Clubs Deutschland regelmäßig ein gemeinnütziges Projekt. In den Jahren 2016/17 wurde die Doing Good Challenge ausgewählt, die eigens dafür von Mitgliedern initiiert wurde. „Die Idee war: Wie kann man soziales Engagement in die Köpfe tragen?“, erklärt Andreas Laschke. Dabei entstand der Wettbewerbsgedanke: Schüler in ganz Deutschland entwickelten selbst gemeinnützige Aktionen und dokumentierten den Prozess von der Planung bis zur Durchführung. Rund 180 Einsendungen verzeichnete die Doing Good Challenge im vergangenen Jahr.

Doch dabei sollte es nicht bleiben: „Wir haben so viel Energie, Arbeit und Zeit hineingesteckt, dass wir es nicht bei dieser einen Bundessozialaktion belassen wollten.“ Aus dem Projekt wurde ein Verein mit rund 15 Mitgliedern, der den Wettbewerb nun alle zwei Jahre ausrichten möchte. Von dem weltweiten Netzwerk des Rotary Clubs profitieren sie weiterhin. So können sie für die Gewinner Reisen in die USA und mehrere europäische Länder organisieren.

Im letzten Jahr belegte eine Gruppe der Friedrich-Spee-Realschule Plus in Neumagen-Dhron den dritten Platz. Sie entwickelte einen Ratgeber für Mitschüler in schwierigen Situationen. Darin führt ein „Notfallmonster“ durch Hilfestellungen, Aufmunterungen und Beratungsangebote. „Das war viel Arbeit, aber wir hatten auch viel Spaß“, erinnert sich Mira Falkenberg.

Im Mai 2017 wurden sie zu einer Siegerehrung nach Berlin eingeladen. Dort präsentierten sie ihre Aktion anderen Jugendlichen und Interessierten. Auch einige Bundestagsabgeordnete der entsprechenden Wahlkreise waren bei der Veranstaltung unter Schirmherrschaft des Familienministeriums zugegen oder luden die Gruppen in ihr Büro ein. „Wir legen viel Wert darauf, dass eine große Anerkennung für die Jugendlichen da ist“, betont Andreas Laschke. Der Preis der Moselaner: eine einwöchige Reise nach Malmö, wo in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Schweden ein pralles Programm auf sie wartete. Sie trafen auf Jugendliche aus der ganzen Welt, besuchten Museen und lernten das Land kennen.

Auch in diesem Jahr stellt die Schule ein Team. Vier Neuntklässlerinnen sammeln traditionelle Rezepte und Geschichten von Senioren (der TV berichtete). Ihre Ergebnisse reisen derzeit in Form einer Wanderausstellung durch die Region.

Etliche solcher Aktionen werden gerade im ganzen Land geplant. Für diese Leistung wurde die Doing Good Challenge mit einer von 100 „startsocial“-Förderungen ausgezeichnet. Der Gewinn: eine viermonatige Expertenberatung. Vor allem erhofft sich der Verein Hilfe bei Marketing und Sponsorengewinnung, da er sich über Spenden finanziert. Trotz des geringen Budgets macht der Wettbewerb schon jetzt mit Kinowerbung, Anzeigen und Plakaten auf sich aufmerksam. Bis ihn jeder Schüler kennt, ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Weitere Informationen zur Doing Good Challenge im Internet unter www.
dgcunddu.de

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