Trierer Verein "Pfote drauf! Tierhilfe" behandelt kostenlos Haustiere

Kostenpflichtiger Inhalt: Soziales : Wenn ärztliche Hilfe fürs Tier zu teuer ist

Der Hund ist krank, das Konto leer: Im neuen mobilen Krankenwagen finden Tiere mittelloser Menschen ärztliche Hilfe. Der Verein „Pfote drauf“ tut noch viel mehr – etwa, wenn ein Halter stirbt oder schwer erkrankt.

In deutschen Haushalten gelten Hunde und Katzen als Familienmitglieder. Kaum vorstellbar, dass der Staat Hunde als unerwünscht ansieht und Gassi-Gehen bei Strafe verbietet. Doch genau das ist im Iran der Fall, obwohl es auch dort Menschen gibt, die Hunde lieben und mit ihnen leben.

Ashkan Hosseini nahm vor sechs Jahren im Iran einen kleinen Hund auf, der von seinem Vorbesitzer geschlagen wurde. Als der Iraner vor dreieinhalb Jahren mit seiner Frau nach Deutschland kam, war es keine Option, den Pinscher-Pudel-Mix zurückzulassen. „Er ist wie ein Kind für uns“, sagt Hosseini. Doch nun hat Koppal („das heißt Pummelchen“) einen Tumor und braucht schmerzlindernde Medikamente.

Der Verein „Pfote drauf“ kümmert sich um Tiere von nachweislich bedürftigen Menschen, denen als Sozialleistungsempfänger das Geld fehlt, um für die tierärztliche Versorgung ihrer vierbeinigen Mitbewohner aufzukommen. Auch eine Triererin kann es sich als Hartz-IV-Empfängerin nicht leisten, ihren Schäferhund-Mischling behandeln zu lassen. Sie freut sich über die Unterstützung durch den Verein.

Der hat seit einigen Wochen eine eigene mobile Tierarztpraxis. Dabei handelt es sich um einen normalen Krankenwagen, der für tierische Bedürfnisse umgerüstet und mit dem Vereinslogo verziert wurde – eine rote Tatze auf gelbem Grund. Nun hält er an unterschiedlichen Standorten in Trier – an diesem Tag auf dem Parkplatz an der Kirche Christ König in Trier-West. Tierärztin Ulla Tonner aus der Praxis zur Römischen Villa in Longuich hält in dem Wagen die Sprechstunde ab. Die Tierarztkosten übernimmt der Verein, der sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Bedingung ist ein schriftlicher Nachweis, dass der Tierbesitzer Sozialleistungen bezieht. Alles andere würde den finanziellen Rahmen des kleinen Vereins sprengen.

Doch nicht nur in dieser Hinsicht versucht der Verein, das Leid von Tieren bedürftiger Menschen zu lindern. Beispielsweise vermitteln Annette Saur (1. Vorsitzende) und Alexa Klein (2. Vorsitzende) hinterbliebene Tiere an neue Besitzer, wenn die Halter sterben oder sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um ihr Haustier kümmern können.

Bei ihren Bemühungen können Saur und Klein jede Hilfe brauchen – ob durch Aufnahme eines Tieres oder einen Geldbetrag. Wohl jeder Tierbesitzer kann sich vorstellen, was es für mittellose Menschen bedeutet, sich von ihrem geliebten Tier trennen zu müssen, weil sie sich die Behandlung im Falle einer Erkrankung nicht leisten können.

Die Alternative, das Tier unbehandelt leiden zu lassen, kommt auch für die junge Frau, die mit ihrer neunjährigen Hündin Sally zur Untersuchung gekommen ist, nicht infrage. An diesem Vormittag in Trier-West werden noch einige andere Tiere versorgt, deren Besitzer sich aus Scham nicht fotografieren oder namentlich in der Zeitung nennen lassen wollen.

Weitere Informationen über Mitglied­schaft und Pflegestellen: www.pfote-drauf-tierhilfe.de, Spendenkonto: IBAN: DE15 5855 0130 000 1 0778 74, BIC: TRISDE55XXX

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