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Trierer will Figaros Wölfe auf Zelluloid bannen - Regisseur sammelt im Internet Geld für geplanten Schwarz-Weiß-Film

Trierer will Figaros Wölfe auf Zelluloid bannen - Regisseur sammelt im Internet Geld für geplanten Schwarz-Weiß-Film

Dominik Galizia wusste schon während seiner Schulzeit in Trier, dass er zum Film wollte. Inzwischen ist der 26-Jährige Regisseur in Berlin und arbeitet an seinem Projekt "Figaros Wölfe".

Trier. Ein Meer aus grauen Dächern. Auf einem davon lebt Colette. Colette ist fast erwachsen und wird beinahe täglich von drei Männern missbraucht. Das Drehbuch zu dem Schwarz-Weiß-Film "Figaros Wölfe" hat der gebürtige Trierer Dominik Galizia geschrieben.

Seit fast zwei Jahren arbeitet der junge Regisseur an diesem Projekt. Seit wenigen Wochen sei klar, dass das Projekt teilweise finanziert werden könne, erzählt er. Durch eine Kampagne im Internet seien knapp 3000 Euro zusammengekommen. "Seitdem gibt es keine Luft für etwas anderes in meinem Leben", sagt Galizia.Job im Disneyland Paris


Galizia ist in Trier aufgewachsen. Das Abitur in der Tasche und gerade 18 Jahre alt, verließ er Trier Richtung Paris. Dort jobbte er im Vergnügungspark Disneyland Paris. "Paris war so eine Art kurzes Klarwerden über mich selbst und meine Zukunft."

Heute lebt der 26-Jährige in Berlin als freier Regisseur. Galizia hat nie etwas anderes gelernt. Er hat keine Ausbildung, keine Universität besucht und ist auch auf keine Regisseurschule gegangen. Seit er in Berlin ist, arbeitet er für verschiedene Produktionen, dreht Kurzvideos und Musikvideos. Noch vor dem Abitur sei für ihn klar gewesen, dass er einmal mit Filmen zu tun haben werde. "Ich hatte immer eine Kamera in der Hand." In seiner Heimatstadt Trier ist Galizia zwei bis drei Mal im Jahr. Meist besucht er seine Familie und Freunde an Weihnachten und Ostern.

Das Mädchen Colette in seinem Film "Figaros Wölfe" ist den drei Ganoven schutzlos ausgeliefert. "Die Figur auf dem Dach ist wie viele andere in unserer Zeit. Mächte wirken auf einen ein, auf die man keinen Einfluss hat", sagt Galizia.

Inspiration schöpft er je nach Situation und Gefühlslage beispielsweise aus Gesprächen mit Freunden oder auch durch "Menschen, die verrückt gekleidet sind, plötzlich anfangen zu schreien, aus der Natur, aus Musik, die Bilder im Kopf auslöst". Außerdem sieht er jeden Tag mindestens zwei bis drei Filme, um zu wissen, was gerade in der Szene passiert. "Filme sind immer der größte und wichtigste Teil in meinem Leben gewesen."

Sein Schwarz-Weiß-Film "Figaros Wölfe" soll auf 35 Millimeter Zelluloid gedreht werden, falls Galizia das nötige Geld dafür zusammen bekommt. Dass heute die meisten Filme mit Digitalkameras gedreht werden, ärgert ihn: "Die digitalen Sachen sehen so billig aus!""Die reinste Form des Kinos"

Tägliche Gewalt: „Figaros Wölfe“ handelt vom Schicksal des Mädchens Colette, das von drei Männern immer wieder missbraucht wird. Fotos (2): privat Foto: (h_st )


Deshalb dreht Galizia ganz klassisch auf 35-Millimeter-Film. So, wie man früher Kino gemacht hat. "Team und die Schauspieler sind in einer anderen Welt. Die Schauspieler konzentrieren sich besser, weil sie wissen, dass sie nicht viele Versuche haben. Wenn man dann noch einen Film mit geringem Budget dreht, erst recht." Zelluloid sei zwar viel teurer, sagt der junge Regisseur. "Aber es ist die reinste Form des Kinos. Man sagt ja nicht umsonst: Wir gehen einen Film gucken und nicht, wir gehen digital gucken!"
Das Projekt von Dominik Galizia kann finanziell unterstützt werden. Weitere Informationen im Internet auf der Seite: www.startnext.com/en/figaroswoelfe