trierisch balaawern

Das trierische Wort fräggen ist die Mundartform des hoch-deutschen verrecken, was verderben oder zugrunde gehen bedeutet. Im Hochdeutschen ist das Wort nicht geeignet, in feiner Gesellschaft verwendet zu werden.

Im Trierischen kann man fräggen, fräggt oder fräggt gien schon mal sagen. Das Wort zählt zwar zu den Kraftausdrücken, aber so lange es nicht Menschen und Tiere betrifft, ist es durchaus nicht ungebräuchlich. Wenn man sich dagegen etwas feiner ausdrücken möchte, kann man statt fräggen auch kabodd gien und statt fräggt einfach kabodd sagen. Vom Frost sö mer mein ganz Plänzjer fräggt gaang. = Durch den Frost sind mir alle Pflänz-chen eingegangen. Eisch konnt nött aoruwen, mein Hänndi waor gefräggt. = Ich konnte nicht anrufen, mein Handy ist defekt gewesen. Maach mer mei schien Audo nött fräggt! = Pass gut auf mein Auto auf! Eisch könnt fräggen vir Raoserei! = Ich ärgere mich noch tot! Ao frägg! = Ein Ausruf der Verwunderung und des Erschreckens. Datt maachen eisch omm ett Fräggen nött! = Das mache ich unter gar keinen Umständen. Die begreift datt fir et Fräggen nött. = Es fehlen ihr völlig Einsicht und Verständnis. Eisch laache meisch naoch fräggt. = Ich lache mich noch tot. Eisch ärjern meisch fräggt iewer mein aajen Dommhaad. = Ich ärgere mich sehr über meine Tölpelhaftigkeit. Eisch schlaon deisch naoch fräggt! = Die Androhung von Schlägen. De Frägg und dä Fräggerd bezeichnen Krankheiten unter-schiedlicher Schwere. Eisch hao greilisch de Frägg! = Ich habe eine schwere Grippe. Eisch hao mer de Fräggerd geholl! = Ich habe mich stark erkältet. Fräggerd ist auch ein Schimpf-wort für einen bösartigen, hinterlistigen Mann, e klaane Fräggerd dagegen ist ein Lausbub. Horst Schmitt ist gemeinsam mit Josef Marx Autor des Trierer Wörterbuchs. Die beiden Autoren erläutern in "Trierisch balaawern" wöchentlich Besonderheiten der Trierer Mundart. Die besten Kolumnen sind ab sofort auch gesammelt in einem neuen Buch zu lesen, das im Verlag Michael Weyand erschienen ist. "Milljunen Leit - mindestens drei" beleuchtet auf amüsante Weise die Eigenarten des Trierischen. Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich, unter 0651/7199-997 sowie im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreundshop.de" class="more" text="www.volksfreundshop.de"%>