trierisch balaawern

Im Bus tritt ein Trierer einer Touristin heftig auf den Fuß. Darauf diese: "Können Sie sich nicht entschuldigen?" "Eisch haonn doch hobbla gesaot!" Von Fremden wird diese Art der Zuwendung als mangelnde Höflichkeit interpretiert.

Das ist ein Irrtum. Der Trierer ist nicht unhöflich und brummig. Er tut nur so. Der Trierer hat es, das sei zugestanden, häufig etwas schwer, verbindlich zu sein. Schon die freundliche Begrüßung Guten Morgen! reduziert er auf Morjen! und Guten Tag auf Dach! Nur am Abend lautet der Gruß Guden Aomend! oder kurz Naowend! Guten Appetit heißt Guden! Oder, wenn er besonders redselig ist, Laoßt ett eusch schmäggen! Das Wort bitte gebraucht er selten. Er geht ihm sogar gerne aus dem Weg. Können Sie mir bitte Platz machen? heißt auf Trierisch: Könnt der vleischd maol graod riewer gien? Kann ich bitte noch ein Glas Wein haben? = Göfft mer naoch e Gläsi, wenn der wollt su gud sein! Würden Sie das bitte wiederholen = Könnder datt grod naoremaaol saon! oder Hä? Statt des Wortes danke, das auch möglichst vermieden wird, sagt der Trierer lieber märßi! oder er weicht in Umschreibun-gen aus: Ett waor nött niedisch! Bei Entschuldigungen druckst er ebenfalls herum. Schließlich kommt ihm dann doch ein Entschöllischt!, pardonng! oder Ett waor nött esuu gemaant! über die Lippen. Oder eben kurz und ehrlich Hobbla! Horst Schmitt ist mit Josef Marx Autor des Trierer Wörterbuchs. Die beiden erläutern in "Trierisch balaawern" Besonderheiten der Trierer Mundart. Die besten Kolumnen sind in einem neuen Buch zu lesen: "Milljunen Leit - mindestens drei". Das Buch ist für 11,95 Euro im Trierer Handel erhältlich, unter 0651/7199-997 sowie im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreundshop.de" class="more" text="www.volksfreundshop.de"%>