Nachruf auf Helmut Lutz (1932-2024) Der Mann, der die Farbe nach Trier zurückbrachte

Trier-Euren · Grau und beige – das waren lange die dominierenden Farben in Trier. Helmut Lutz befreite die Altstadt vom Grauschleier. Steipe, Dreikönigenhaus und Petrusbrunnen sind strahlende Beispiele für das Wirken des langjährigen Denkmalpflege-Chefs. Nun ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Ein Trierer Wahrzeichen: die Steipe. 1944 war sie nach einem Bombentreffer komplett zerstört. Helmut Lutz und sein Kollege Rainer Thelen schufen die planerischen Voraussetzungen für den originalgetreuen Wiederaubau.

Ein Trierer Wahrzeichen: die Steipe. 1944 war sie nach einem Bombentreffer komplett zerstört. Helmut Lutz und sein Kollege Rainer Thelen schufen die planerischen Voraussetzungen für den originalgetreuen Wiederaubau.

Foto: Roland Morgen

Aus den Augen, aus dem Sinn: Dieses Ruheständler-Schicksal traf auf Helmut Lutz nur bedingt zu. Triers langjähriger Chef-Denkmalpfleger machte sich zwar privat ganz rar, die Früchte seiner Arbeit aber sind und bleiben allgegenwärtig. Krönende Karriere-Höhepunkte: der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Steipe (1968 bis 1970) und die Renovierung von Schloss Monaise (1992 bis 1997). „Bei aller Bescheidenheit: Darauf bin ich stolz“, sagte Lutz, wenn er drauf angesprochen wurde. Stolz sein durfte der Ur-Eurener getrost auf noch viel mehr. Denn Denkmal- und Stadtbildpfleger zu sein in Deutschlands ältester Stadt – das war alles andere als ein normaler Verwaltungsjob: „Denkmalpflege ist stets dem Zeitgeist unterworfen, und nach 1945 hatte sie erst einmal das Image eines lästigen Übels.“