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Triers Goldschatz und andere Münzen

Triers Goldschatz und andere Münzen

Münzfreunde werden sich freuen: Ein kleiner handlicher Führer informiert ab sofort über das Trierer Münzkabinett im Rheinischen Landesmuseum. Reich bebildert zeigt er auch den bislang weltweit größten Fund römischer Goldmünzen, der 1993 in Trier gefunden wurde.

Trier. Ein spannendes Buch für interessierte Laien hat Karl-Josef Gilles mit der populärwissenschaftlichen Broschüre zum Trie rer Münzkabinett geschaffen. Dieser Meinung ist Marcus Reuter, Direktor des Rheinischen Landesmuseums in Trier. Bereits im vergangenen Jahr hat der Autor anlässlich des 20. Jahrestags einen Bildband mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des größten bisher gefundenen römischen Münzschatzes aller Zeiten vorgestellt.
200 000 Münzen


Bei seiner Präsentation des aktuellen Führers wies Gilles darauf hin, dass die Münzsammlung des Trierischen Landesmuseums mehr als 200 000 Objekte umfasst und eindrucksvoll die Bedeutung des Münzprägeortes Trier dokumentiert. Laut Gilles wurden in der Moselstadt mehr als 1600 Jahre lang Münzen geprägt - länger, als in jeder anderen deutschen Stadt. Beispiele im Münzkabinett zeigen Münzen der keltischen Treverer, Prägungen der Römer, der Merowinger, Karolinger sowie Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten.
Da dem spektakulären Goldschatz, den Hobby-Archäologen im September 1993 im Aushub von Bauarbeiten gefunden hatten, eine besondere Bedeutung zukommt, hat Gilles dieser Geschichte auch gleich das erste Kapitel seines Führers gewidmet. Hier macht er deutlich, dass es sich bei diesem Fund meist um Goldprägungen ("Aurei") mit einem Durchschnittsgewicht von 7,27 Gramm handelte.
Der Fund hatte ein Gesamtgewicht von 18,5 Kilogramm. Mit etwas mehr als 2650 Aurei bildet der Schatz laut Gilles den umfangreichsten Fund von Aurei der römischen Kaiserzeit. Auf den Münzen finden sich Porträts von 29 Kaisern, Kaiserinnen und Verwandten des Kaiserhauses.
Die ältesten Prägungen datieren aus der Zeit von Kaiser Nero (63/64 n. Chr.). Die jüngsten wurden zwischen 193 und 196 geschlagen. Geprägt wurden diese Münzen allerdings nicht in Trier: 96 Prozent stammen aus der Münzstätte Rom und vier Prozent aus der Münzstätte Lyon.
Auf 96 Seiten gibt der Museumsführer einen Überblick wie Münzen geprägt wurden, welchen Wert sie hatten und weshalb sie an ihren jeweiligen Fundorten deponiert wurden. Zudem stellt Karl-Josef Gilles, Kurator des Münzkabinetts, heraus, dass Münzen auch als Propagandamittel genutzt wurden und wie Archäologen heute auf der Grundlage von Münzfunden ganze Fundkomplexe historisch interpretieren. flo
Der Museumsführer ist zum Preis von 8,95 Euro im Rheinischen Landesmuseum sowie in den Buchhandlungen erhältlich.