Triers größte Baustelle 2020: Was der Römerbrücken-Kreisel für Autofahrer bedeutet

Kostenpflichtiger Inhalt: Verkehr : Triers größte Baustelle 2020: Was der Römerbrücken-Kreisel für Autofahrer bedeutet

Am westlichen Kopf der Römerbrücke wird die Kreuzung durch einen Kreisverkehr ersetzt. Nach den Beeinträchtigungen in der Luxemburger Straße in diesem Jahr bedeutet das wieder große Probleme für Autofahrer.

Wenn der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing an einem Montagmorgen nach Trier reist, stehen wichtige Dinge an. So auch dieses Mal: Der Minister hat einen Förderbescheid dabei, mit dem die größte Trierer Straßenbaustelle des kommenden Jahres gesichert ist.

Zwei Millionen der insgesamt 3,4 Millionen Euro teuren Umgestaltung des westlichen Kopfes der Römerbrücke trägt das Land. Der bislang kaum gegliederte Platz, auf dem die stark befahrenen Verkehrsachsen Aachener Straße, Luxemburger Straße, Bahnrampe zur Eurener Straße und Römerbrücke aufeinander treffen, erhält einen Kreisverkehr. Baubeginn: Sommer 2020.

Foto: Stadt Trier, Tiefbauamt

„Es ist wichtig, dass Trier sich verkehrlich weiter entwickelt“, betont Minister Wissing. „Ein Weltkulturerbe wie die Römerbrücke mit moderner Verkehrsplanung in Einklang zu bringen, ist eine Herausforderung.“ Das sieht auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe so, der den Kreisverkehr als ein weiteres Schlüsselprojekt für den Stadtumbau Trier-West bezeichnet. „Denn hier geht es nicht nur um einen Kreisel, sondern um die Umgestaltung des gesamten Platzbereichs an der Römerbrücke.“

Nach der Fertigstellung des Kreisverkehrs im Frühjahr 2022 soll auch die Platzfläche um die bisherige Sparkassenfililale neu gestaltet werden. Auf den dann zur Mosel hin abgestuften Terrassen werden Einheimische und Touristen einen neuen Blick auf die Römerbrücke erhalten.

Aber warum ein ampelfreier Kreisverkehr, wie er hier bereits bis Anfang der 1980er Jahre existierte? Baudezernent Andreas Ludwig verweist auf die zukünftigen Verkehrsströme durch die neue Verbindungsstraße Trier-West und die häufiger geschlossene Schranke am Bahnübergang Aachener Straße nach der für das Jahr 2024 geplanten Reaktivierung der Weststrecke. Die dann notwendigen zwei Linksabbiegespuren von der Luxemburger Straße in Richtung Eurener Straße wären aus Platzgründen nicht möglich. Auch für Fußgänger und Radfahrer soll es mit dem Kreisel einfacher und sicherer werden.

Das ist für Ortsvorsteher Marc Borkam ein besonders wichtiger Aspekt: „Ich freue mich, dass es losgeht und der Fokus auf der Verbindung der unterschiedlichen Verkehrsarten liegt.“ Aufwendig wird die Großbaustelle auch, weil die Stadtwerke gleichzeitig neue Strom-, Gas- und Wasserleitungen verlegen.

„Wir planen derzeit mit fünf Bauabschnitten“, sagt Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts Trier. „Für den Autoverkehr wird es erhebliche Einschränkungen geben.“ Bis auf eine zwei- bis dreiwöchige Vollsperrung des Platzes am Ende der Bauarbeiten soll der Verkehr allerdings zumindest eingeschränkt über den Platz fließen können. Geplant sei zum Beispiel eine provisorische Bypass-Lösung über den Sparkassen-Vorplatz.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich über den Förderbescheid aus den Händen von Verkehrsminister Volker Wissing. Baudezernent Andreas Ludwig (links) und Hans-Michael Bartnick (LBM Trier, rechts) sind ebenfalls guter Dinge. Foto: Rainer Neubert

Eine detaillierte Planung für die Bauausführung gibt es noch nicht. „Wir rechnen mit dem Baubeginn eher nach als vor den Sommerferien“, sagt Baudezernent Andreas Ludwig. Rechtzeitig davor werde in einer Bürgerversammlung informiert. Und auch während der fast zweijährigen Bauzeit soll auf der Homepage der Stadt stets der aktuelle Stand auf der größten Straßenbaustelle Triers abzurufen sein.