Triers neue Großraumhalle am Mäusheckerweg - Eröffnung soll 2018 sein

Triers neue Großraumhalle am Mäusheckerweg - Eröffnung soll 2018 sein

Die seit Herbst 2014 wegen Baumängeln geschlossene Sporthalle am Mäusheckerweg in Trier-Ehrang soll im Oktober 2018 wieder eröffnen – rundum saniert und mit 900 statt 600 Zuschauerplätzen.

Der Zeitplan ist stramm: Bis April 2017 soll die Detailplanung für die Sanierung der Sporthalle am Mäusheckerweg stehen, inklusive Finanzierungsplan und Zuschussbescheid aus Mainz. Beginn des (Teil-)Abrisses, Um- und Neubaus könnte dann im Juli 2017 sein. Und für Oktober 2018 ist die Einweihung der Halle geplant. So steht es zumindest in dem Grundsatzbeschluss, den Dezernent Andreas Ludwig (CDU) nächste Woche seinem Schulausschuss zur Beratung vorlegen will.

Baubeginn im Juli 2017

Einzelheiten der Sanierung gehen aus dem Papier nicht hervor - schließlich ist im Zeitplan der Schritt "Erstellung der Entwurfsplanung" erst für die Monate Januar bis März 2017 vorgesehen. Fest steht allerdings: Die Außenhülle soll inklusive Dach neu konstruiert und errichtet und der Brandschutz auf den neusten Stand gebracht werden. Innen wird die Halle mit einer Prallwandkonstruktion, die bis zur Hallendecke reicht, verkleidet. Überraschung: Zusätzlich zu den bisher vorhandenen 600 festen Zuschauerplätzen im Obergeschoss erhält die Halle eine neue, ausziehbare Tribüne mit rund 300 weiteren Sitzen. Die Sitzplatzkapazität der Halle erhöht sich damit um 50 Prozent auf 900.
Außerdem wird eine neue Deckenstrahlheizung mit integrierter ballwurfsicherer LED-Beleuchtung installiert.
Alle Wege, Flächen und Grünanlagen rund um die Halle werden befestigt und wieder in Ordnung gebracht, im Großen und Ganzen bleibt die Außenanlage aber unverändert.

6,65 Millionen Euro Baukosten

Neben dem Sport soll die Halle wie zuvor auch für andere Veranstaltungen genutzt werden.
Insgesamt sind für die Sanierung 6,65 Millionen Euro eingeplant. Die Stadt rechnet mit einem Bundeszuschuss in Höhe von vier Millionen Euro aus dem Sonderförderprogramm "Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen", das das Bundesbauministerium Ende 2015 aufgelegt hatte (der TV berichtete mehrfach). Die übrigen 2,65 Millionen Euro muss die Stadt selbst aufbringen.
Ottmar Passiwan, Manager der Trierer Dolphins, Erstligist im Rollstuhlbasketball, freut sich über die guten Nachrichten. "Seit in die Wolfsberghalle aus Brandschutzgründen nur noch 200 Zuschauer rein dürfen und die Mäusheckerhalle geschlossen ist, haben die Dolphins keine Heimstätte mehr", sagt Passiwan. Die Basketballer trainieren zurzeit abwechselnd in der Halle des Friedrich-Spee-Gymnasiums, der Arena oder am Wolfsberg. Der Turnierbetrieb zieht diese Saison von der Arena in die Uni-Sporthalle um. "Wir würden später liebend gern wieder in die Mäusheckerhalle als feste Heimstätte ziehen und hoffen sehr, dass das klappt", hofft Passiwan.

Dolphins wollen zurück

Darüber, dass die Zuschauersitze von 600 auf 900 aufgestockt werden, war der Konzer bislang nicht informiert. "Von uns gab's jedenfalls keine Forderung nach zusätzlichen Plätzen, zu unseren Heimspielen in die Arena kamen zuletzt zwischen 400 und 500 Leute - von 900 Zuschauern sind wir weit entfernt."
Extra

Die Großraumhalle Arena Trier hat schon einen neuen Hallenboden. Der alte, abgenutzte wurde in den Sommerferien ab- und der neue eingebaut. Wie schon der alte Boden besteht auch der neue aus einer Elastikschicht aus speziellem Schaumstoff, die auf einer Unterkonstruktion aus Beton aufgebracht ist. Wurden beim alten Boden darüber zwei Schichten aus Holzlastverteilerplatten verleimt, ist es beim neuen nur noch eine Holzschicht - die dafür allerdings dicker ist. Die Oberschicht des flächenelastischen Bodens besteht aus einer robusten, besonders kratz- und wasserfesten Kunststoffbeschichtung.
Seit Beginn des neuen Schuljahres am Montag findet wieder Schul- und Vereinssport in der Arena statt. Eingeweiht hatten den neuen Boden die Trierer Handball-Miezen mit ihrem Turnier am zweiten Augustwochenende. Das Harz, das im Handball benutzt wird, um Ball und Hände griffiger zu machen, hat dabei sofort deutliche Spuren auf dem neuen Boden hinterlassen. Die Harzkügelchen, die vom klebrigen Ball oder auch über die Schuhe (Handballer kleben sich an die Schuhseiten kleine Harz-Vorräte, um während des Spiels die Hände mit der Klebemasse zu bestreichen) auf den Boden gelangen, sind nur mit größerem Aufwand zu entfernen.
Die Regeln des deutschen Handballverbandes besagen allerdings, dass Hallen, in denen Handballmannschaften ab der vierten Liga aufwärts trainieren und spielen, das Harzen von Ball und Händen zulassen müssen - also auch die Arena Trier.
Insgesamt soll der neue Boden allerdings - ebenso wie der alte es war - äußerst widerstandsfähig sein: Bei Veranstaltungen wie der Rosenmontagsparty, Messen oder Konzerten wird der Belag nicht abgedeckt, sondern kann mit Straßenschuhen betreten werden.
Die Stadtverwaltung hatte für den neuen Boden mit rund 496?000 Euro kalkuliert. "Wir sind unterhalb dieser Summe geblieben", erklärt Bernd Herbertz, technischer Leiter der Arena, auf TV-Nachfrage. Die genauen Kosten konnte die Stadtverwaltung am Dienstag nicht nennen.

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