Triers neues Bad zieht die Massen an

Tausende Besucher mehr und ein sattes Umsatzplus: Das sanierte Bad an den Kaiserthermen trifft mit Außensauna, Rutsche und Planschbecken offenbar den Publikumsgeschmack. Anfang März eröffnet der renovierte Massagebereich.

 Die Kinder haben in der neuen Badelandschaft im Trierer Hallenbad viel Spaß. TV-Foto: Friedemann Vetter

Die Kinder haben in der neuen Badelandschaft im Trierer Hallenbad viel Spaß. TV-Foto: Friedemann Vetter

Trier. Sowohl bei der Gästezahl als auch den Einnahmen liegt das Bad an den Kaiserthermen - ehemals Stadtbad - weit über dem Soll, das die Stadtwerke ihrer Wirtschaftlichkeitsberechnung für dessen Sanierung und Erweiterung zugrunde gelegt hatten. Kamen bislang rund 360 000 Besucher pro Jahr, sollten neue Außensauna, Riesenrutsche und Planschbecken jährlich etwa 60 000 Badegäste zusätzlich locken. Umgerechnet wären das 5000 mehr pro Monat.

Bad bleibt Zuschussbetrieb



Doch nach zweimonatiger Renovierungspause waren es nach der Wiedereröffnung des Bads und der Inbetriebnahme der Saunalandschaft im November 2009 ganze 8438 Besucher mehr als im November 2008 und im Januar 2010 sogar 10 249 Gäste zusätzlich zum Vorjahresmonat. Die Saunagäste haben sich dabei sogar fast verdoppelt: Von rund 2400 im Dezember 2008 auf 4120 im Dezember 2009. Das Bitburger Cascade-Bad - ebenfall mit schöner Sauna-Außenanlage - zählte dagegen im vergangenen Jahr rund 2500 Saunabesucher weniger als geplant. Das und ihre damit einhergehenden wachsenden Verluste, im Jahr 2009 rund 885 000 Euro, lasten die Bitburger Betreibergesellschaft unter anderem der neuen Trierer Konkurrenz an. Alleine auf den Neueröffnungs- und Neugiereffekt seien die sehr guten Trierer Zahlen nicht zurückzuführen, sagt Schwimmbadleiter Werner Bonertz: "Wir rechnen auch für die Sommermonate mit einem deutlichen Besucherplus."

Die vielen Badegäste machen sich auch bei den Einnahmen bemerkbar. Beliefen die sich bislang auf rund 1,1 Millionen jährlich, sollen es in diesem Jahr laut Wirtschaftlichkeitsberechnung mindestens 1,5 Millionen Jahr sein. "Nach den aktuellen Besucherzahlen schaffen wir das leicht", ist Bonertz überzeugt.

Gestiegenen Besucherzahlen und Einnahmen - auch aus moderaten Eintrittspreiserhöhungen - stehen höhere Ausgaben gegenüber: 2,5 zusätzliche Mitarbeiter vor allem für den stark ausgeweiteten Saunabereich müssen finanziert werden. Dazu kommen rund 30 000 Euro jährlich für den höheren Stromverbrauch und alleine 12 000 Euro für die Holzscheite zur Befeuerung der Außensaunen. Außerdem müssen die rund 2,6 Millionen Euro für Bau von Saunagarten und Rutsche abgeschrieben werden.

Probleme bleiben bei Wiedereröffnung nicht aus



Das Bad bleibt daher ein Zuschussbetrieb. Während allerdings deutschlandweit in vergleichbaren Hallenbädern durchschnittlich rund 3,60 Euro pro Badegast zugeschustert werden müssen sind das in Trier nur 1,66 Euro. Die Subvention übernehmen die Stadtwerke - an denen die Stadt Trier zu 56,4 Prozent beteiligt ist.

"Dass der Zuschussbetrag bei uns so gering ist, liegt daran, dass wir personell gut aufgestellt sind", erklärt Bonertz. Nur 21 Mitarbeiter erledigen - inklusive Verwaltung - den täglichen Badebetrieb von früh morgens bis in den späteren Abend. Außerdem sei durch neue Technik - zum Beispiel bei Pumpen und Filtern - sowohl der Wasser- als auch der Stromverbrauch deutlich gesenkt worden.

Ganz unproblematisch war die Wiedereröffnung des Bads allerdings nicht: Das neue elektronische Kassensystem läuft nicht reibungslos und hat schon an manchen Tagen für lange Wartezeiten gesorgt. Auch in dieser Woche waren die Techniker zu Nachbesserungen da. Und im Umkleidebereich sind die neuen, großen Fliesen bei Nässe rutschiger als die alten kleinen Plättchen mit ihren vielen Fugen. Extra Der neue Massagebereich des Bads an den Kaiserthermen eröffnet am 2. März. "Wir haben lange überlegt, wie wir den Massagebereich gestalten sollen", erklärt Badleiter Werner Bonertz die Verzögerung. Schließlich habe man sich für die Neugestaltung des alten Standorts neben der Innensauna entschieden. Statt in medizinisch kaltem Weiß sind die rund 50 Quadratmeter jetzt in sanften Braun- und Beigetönen gehalten. Dunkles Holz sorgt für Behaglichkeit. Neben wie bislang medizinischen Massagen sollen später auch Wellness-Massagen angeboten werden. Geöffnet hat der Massagebereich vorerst allerdings aus organisatorischen und personellen Gründen nur von dienstags bis freitags. Montags, am besucherstarken Frauen-Saunatag, wird es vorerst kein Angebot geben. "Je nachdem, wie sich die Nachfrage entwickelt, werden wir allerdings auch für den Montag ein Massage-Programm realisieren", verspricht Bonertz.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort