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Trittenheim ist herzlich willkommen

Trittenheim ist herzlich willkommen

Der Verbandsgemeinderat Schweich hat am Mittwoch einstimmig der von Trittenheim angestrebten Fusion zugestimmt. Im Beisein einer Delegation aus Neumagen-Dhron und Trittenheim sprachen sich die Ratsfraktionen eindeutig für die Aufnahme der (Noch-)Nachbargemeinde aus.

Schweich. Die Verbandsgemeinde (VG) Neumagen-Dhron wird zum Jahreswechsel 2011/2012 mit der VG Bernkastel-Kues fusionieren (der TV berichtete). Um einer späteren "Zwangsfusion" im Rahmen der Kommunalreform ohne Mitspracherecht zuvorzukommen, hatte die zu kleine und künftig nicht mehr lebensfähige VG Neumagen-Dhron das Fusionsprojekt selbst vorangetrieben und auch die Bürger beteiligt. Das Ergebnis: Neumagen-Dhron, Piesport und Minheim gehen zur VG Bernkastel-Kues, die Gemeinde Trittenheim zur VG Schweich. Der Trittenheimer Gemeinderat hatte einstimmig dafür votiert, die befragte Ortsbevölkerung zu über 90 Prozent. Am Mittwoch war die VG Schweich am Zuge, die ihrerseits zustimmen musste.

Als Gäste der "historischen Sitzung" im Schweicher Ratssaal begrüßte Bürgermeister Berthold Biwer seine Amtskollegin aus der VG Neumagen-Dhron, Christiane Horsch, den ersten Beigeordneten Jürgen Maringer, Büroleiter Edmund Gansen, den Trittenheimer Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig und dessen Vorgänger Helmut Ludwig.

Im Namen der VG Schweich dankte Bürgermeister Biwer den Trittenheimern für ihre Entscheidung. "Der weltbekannte Weinort Trittenheim, geprägt von Tourismus und mit guter Infrastruktur, passt in unsere Verbandsgemeinde. Er ist eine Bereicherung für uns", sagte Biwer. Nicht alle Tage stehe eine VG vor der Entscheidung, sich freiwillig aufzulösen. Bürgermeisterin Horsch habe damit das Heft des Handelns ergriffen, die Bürger und Räte beteiligt, um einer Fremdentscheidung von oben zuvorzukommen.

Wolfgang Sauer von der CDU-Fraktion sprach von einem "großen Vertrauensvorschuss der VG Schweich gegenüber, dem wir nun gerecht werden müssen". Besonderen Respekt verdiene Bürgermeisterin Horsch, die den Wandlungsprozess mutig initiiert habe, statt später einfach von oben angeordnete Fusionsentscheidungen zu verwalten.

Nach Meinung von Kathrin Schlöder von der FWG passe Trittenheim als Weinbau- und Tourismusgemeinde hervorragend zu den Moselgemeinden der VG Schweich - der Beitritt werde allen Partnern Vorteile bringen und den moselabwärts gelegenen Teil der VG Schweich stärken.

SPD-Fraktionschef Vitus Blang begrüßte die eindeutige Entscheidung der Trittenheimer. Damit könne im Rahmen der freiwilligen Fusion wieder zusammengefügt werden, was bei der Gebietsreform 1969 gegen den Willen vieler vom damaligen Altkreis Trier getrennt worden sei, sagte Blang und schloss mit dem Brandt-Zitat "Somit wächst wieder zusammen, was zusammengehört."

Alle Redebeiträge wurden im Rat mit ungewöhnlich lautem Beifall begrüßt.

Meinung

Ein Votum und ein Name

Es hätte nicht mehr der Abstimmung bedurft: Eine Aussprache im Verbandsgemeinderat Schweich, die den Rahmen des Alltäglichen verließ, bewies die uneingeschränkte Akzeptanz, die dem Neuzugang Trittenheim entgegengebracht wird. Die Trittenheimer und Bürgermeisterin Christiane Horsch von der VG Neumagen-Dhron lauschten stumm und mit sichtlicher Freude. Wird der Name Horsch bei der Bürgermeisterwahl im Herbst auf der Liste stehen? Seine Trägerin hat ihr Interesse an einer neuen Bürgermeisteraufgabe jedenfalls noch nie dementiert. f.knopp@volksfreund.deExtra Dem Ja des Verbandsgemeinderates muss mindestens die Hälfte aller Ortsgemeinden, in denen mehr als die Hälfte aller Einwohner in der VG Schweich lebt, zustimmen. Diese Zustimmung gilt als sicher - das Votum der Stadt Schweich und einiger Orte liegt bereits vor. Bürgermeisterin Christiane Horsch zum TV: "Ich war von dieser Herzlichkeit emotional angetan - die Gemeinden der VG Neumagen-Dhron werden nicht einverleibt, sondern erhalten neue starke Partner in Richtung Schweich und Bernkastel-Kues." Die Wahl des neuen Bürgermeisters der VG Schweich findet auf einstimmigen Beschluss am 25. September statt. Die mögliche Stichwahl wäre am 9. Oktober. In der VG Ruwer soll am 9. März über den Termin entschieden werden.