Trittenheims berühmter Sohn bleibt lebendig

Trittenheims berühmter Sohn bleibt lebendig

Das literarische Werk des aus Trittenheim stammenden Schriftstellers Stefan Andres wird vollständig neu editiert. Im kommenden Jahr sollen alle neun Bände fertiggestellt sein, berichtet die Stefan-Andres-Gesellschaft.

Trier/Schweich. Die Stefan-Andres-Gesellschaft (StAG) ist eine literarische Vereinigung mit derzeit 350 Mitgliedern weltweit. Seit 1979 widmet sie sich der Aufgabe, das literarische Erbe des im Dhrontal (Gemeinde Trittenheim) geborenen Schriftstellers Stefan Andres (1906 -1970) einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Sie tut dies vor allem durch Museumsführungen und die Nutzung des Archivs im Niederprümer Hof in Schweich, durch monatliche Rundbriefe sowie durch die jährliche Publikation "Mitteilungen der StAG", durch Kontakte und die Kooperation mit Schulen sowie durch Lesungen und Veröffentlichungen aus dem etwa 8000-seitigen Fundus seines Werks.
Im kommenden Jahr wird die auf neun Bände angelegte neue Edition seiner Werke in Einzelbänden vollständig vorliegen. Darunter der in der Region spielende populäre Roman einer Kindheit "Der Knabe im Brunnen" (1954). Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Dhrontalsperre wird derzeit der ebenfalls autobiografisch gefärbte Roman "Die unsichtbare Mauer" (1934) neu aufgelegt. Dem Einstieg in die Andres-Lektüre - vor allem von Schulklassen - ist die "Schriftenreihe der StAG" gewidmet. Sie enthält in handlichem Heftformat kürzere Texte von Stefan Andres, von denen manche bisher nicht zugänglich waren.
An den Schriftsteller Andres erinnern zudem der Stefan-Andres-Brunnen in Schweich, der Name des Schulzentrums in Schweich, der StA-Gedächtnislauf der Laufvereinigung Mittelmosel, der StA-Wanderweg und die Verleihung des Stefan-Andres-Preises für Literatur deutscher Sprache, der in diesem Jahr zum zehnten Mal in der Synagoge in Schweich verleihen wurde. Der diesjährige Preisträger Hanns-Josef Ortheil sagte anlässlich der Verleihung: "Stefan Andres ist einer der ganz großen Erzähler".
Zur Bewahrung des Erbes und zur Mitgliederpflege der StAG gehören auch Veranstaltungen geselliger Art wie Lesungen mit Weinproben oder Wanderungen durch "Andres-Land".
So besuchte vor wenigen Tagen nach einem Gang über den legendären Kronenberg zwischen Neumagen und Trittenheim eine Gruppe von Mitgliedern die ehemalige Arbeitsklause des Schriftstellers Stefan Andres auf der Zummeter Höhe über Leiwen. Stefan Andres hatte sich Ende der 1950er Jahre auf der ihm von der Gemeinde Leiwen geschenkten Parzelle ein kleines Haus inmitten von Ginster errichtet, in das er sich zum Schreiben zurückziehen konnte. In diesem Refugium mit bezaubernder Moselansicht arbeitete er an seinem Roman "Der Mann im Fisch", und dort schrieb er wohl auch die Kurzgeschichte "Der Mörderbock".
Im November wird die StAG wieder einen geselligen Abend unter dem Motto "Literatur und Weinkultur" veranstalten, an dem neben Andres auch Werke anderer Autoren vorgetragen werden. red

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