Triumph für Malu Dreyer

Bei der Trierer CDU wird nach dem gestrigen Wahlergebnis das große Zittern beginnen. Christoph Böhr, Spitzenkandidat, Landesvorsitzender und ehemaliger Fraktions-Chef im Stadtrat, ist selbst in seinem eigenen Wahlkreis untergegangen.

Er hat ihn noch wesentlich deutlicher verloren als vor fünf Jahren gegen den SPD-Haudegen Christoph Grimm. Böhrs Gegenspielerin Malu Dreyer, erst seit kurzer Zeit, aber dafür nachhaltig und im Wahlkampf pfiffig auf dem politischen Parkett in Trier präsent, hat gleich bei ihrer ersten Bewährungsprobe mit großem Vorsprung das Direktmandat errungen. Ein triumphaler Erfolg für die Trierer SPD-Vorsitzende. Mehr als 56 Prozent haben Sozialdemokraten und Grüne insgesamt eingefahren - das lässt auch Rückschlüsse zu auf den Herbst, wenn in Trier ein neuer Oberbürgermeister gewählt wird. Denn Malu Dreyer bildet mit ihrem Ehemann Klaus Jensen, der als unabhängiger OB-Kandidat antritt, ein schlagkräftiges Doppel. Und das Landtags-Wahlergebnis in der Stadt zeigt, dass die beiden ihre Wähler zu mobilisieren verstehen. Außerdem wird Jensen bei der OB-Wahl von den Grünen unterstützt. Demgegenüber gilt Schul- und Kulturdezernent Ulrich Holkenbrink, der sich für die CDU bewirbt, als Böhr-Zögling. Er wird sich fragen müssen, wie er aus dem Windschatten des Verlierers heraustreten und - im Gegensatz zu Böhr - die CDU-Stammwähler an die Urne bringen kann. Gemessen am Ergebnis bei den Zweitstimmen hat die SPD 17 Prozent Vorsprung vor der CDU. Mithin wartet auf Holkenbrink eine gewaltige Aufholjagd. f.giarra@volksfreund.de

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