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Trockenheit lässt Wasserstand im Mattheiser Weiher dramatsich sinken

Trockenheit : Wo man über den Seegrund gehen kann

Im Herren- und Mattheiser Weiher gibt es zahlreiche Fische. Denen könnte bald das Wasser ausgehen.

An der Nordsee ist das immer ein großer Spaß: das Wattwandern. Dabei waten die Spaziergänger über den stundenweise trocken gefallenen Meeresboden. Kommt die Flut, gibt es nasse Füße. Eine Trierer Variante dieses Spaziergangs ist derzeit am Mattheiser Weiher in Trier-Feyen/Weismark zu beobachten. Mehr als nur ein Neugieriger ist inzwischen durch den nicht gerade wohlriechenden Matsch zur kleinen Insel unweit des Zuflusses vom oberen Weiher gewatet. Zeit dafür ist genug da. Denn es gibt anders als am Meer keine Flut. Der Pegel des künstlichen Sees ist in den vergangenen Wochen stark gesunken. Das sieht man auch am Fußweg unweit des Damms, wo die Enten erst einmal über eine Menge Steine klettern müssen, ehe sie ins Wasser gelangen können.

Der oberhalb gelegene Herrenweiher präsentiert sich ebenfalls anders als gewohnt. Die sonst eher blaugraue Wasserfläche leuchtet besonders in den Abendstunden regelrecht grün. Grund dafür sind Algen, die bei hohen Temperaturen und Sonnenschein besonders gut gedeihen.

Auch in diesem Teich ist Wasser Mangelware. Der im Mattheiser Wald entspringende Aulbach, der auf seinem Weg zur Mosel gleich mehrere Weiher durchfließt, ist derzeit noch nicht einmal mehr ein Rinnsal. Er ist nahezu ausgetrocknet. Und die in diesem Bereich die Weiher speisenden Quellen scheinen auch nicht besonders stark zu sprudeln.

Der Grund für das Austrocknen – die ebenfalls im Waldgebiet entspringenden Gewässer Kandelbach und Holzbach sehen übrigens nicht anders aus – ist der Regenmangel. Bereits in den Vormoaten hat es nach Daten des Deutschen Wetterdienst zu wenig geregnet. In der Wetterstation Petrisberg sind für den gesamten August 2020 bisher rund 21 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen worden. Zum Vergleich: Im gesamten ebenfalls nicht regenreichen August 2019 waren es 53 Liter. Laut Internetseite Meteo­stat.net liegt das langjährige Mittel bei 68 Litern.

Für die Monate September und Oktober liegt das Mittel bei jeweils 56 Litern Niederschlag. Es ist also nicht zu erwarten, dass in Kürze der Aulbach große Mengen Nachschub an Wasser für die Weiher bringt. Dass der Mattheiser Weiher weiter schrumpft, ist in diesem Zusammenhang noch das geringste Problem. Denn in den Weihern leben zahlreiche Fische. Und denen macht die aktuelle Situation zu schaffen.

Heinz Buteweg ist Vorsitzender des Angelsportvereins Trier-Süd. Der Verein bewirtschaftet Mattheiser- und Herrenweiher. Im untereren Gewässer züchtet der Angelsportverein Karpfen, Rotaugen und Barsche. Diese Fische kommen nach der Aufzucht in den zweiten Weiher, in den die Vereinsmitglieder ihre Angeln auswerfen dürfen. „Meine Vereinskollegen und ich betrachten die aktuelle Situation mit Sorge“, sagt der Vorsitzende. Die vereinzelten Regenschauer der vergangenen Tage reichten nicht aus, damit wieder ausreichend viel Wasser fließe. Im Herrenweiher läuft zudem eine Fontäne, damit dem Wasser mehr Sauerstoff zugeführt werden kann.

Da kommt kein Nachschub. Normalerweise wird der untere Weiher von überlaufendem Wasser aus dem oberen gespeist. Foto: TV/Harald Jansen

Würde in der aktuellen Situation kein Sauerstoff zugeführt, wachse die Gefahr, dass die Weiher umkippen. Dieser Vorgang beschreibt ein drastisches Sinken des Sauerstoffgehalts im Wasser. Das würde dazu führen, dass die Fische sterben, da sie nicht mehr atmen können.