Trotz aller Unkenrufe: Der Treff lebt

Trotz aller Unkenrufe: Der Treff lebt

TARFORST. "Der Treff stirbt aus", lautete die Prognose, als sich die Supermärkte Aldi und Edeka in Tarforst ansiedelten. Doch die Vorhersage ist widergelegt, es gibt keinen Leerstand in der Einkaufspassage im "Stadtteilzentrum Tarforster Höhe".

"Der Treff hat eine positive Resonanz verdient", findet Peter Becker, LBS-Gebietsleiter in Trier, der für die Vermietung der Einkaufspassage in Uni-Nähe zuständig ist. Die "negative Propaganda", die besonders mit der Eröffnung des Aldi- und des Edeka-Marktes im Ladenzentrum die Runde machte, war dem Immobilienökonom zu pauschal und zudem verfrüht. Er ist seit vier Jahren für die Vermietung der Passage zuständig, die 1981/82 erbaut wurde. Der Treff sei eine angenehme Immobilie mit solider Bauweise, gut zugeschnittenen Ladenlokalen und einer hohen Bevölkerungsdichte. Mit Höhenstadtteilen und Neubaugebieten habe man ein Einzugsgebiet von 13 000 Einwohnern. Dickes Lob für die Einzelhändler

Die Passage habe ein anderes Flair als ein Aldi-Markt, so Becker, der jetzt mit gewissem Stolz und mit Freude verkündet: "Es gibt keinen Leerstand mehr, alle Einheiten sind vermietet." Das ist bei einer gesamten Gewerbefläche von 5400 Quadratmetern und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine gute Nachricht. Ein großes Lob hätten die Einzelhändler im Treff verdient, die alle auf Qualität gesetzt hätten. Da das Stadtteilzentrum sehr stark von der Universität abhängig ist, habe man beim Vermieten darauf geachtet, dass das neue Angebot auch passt. So sorgen nach Ansicht Beckers das Kommunkationszentrum für Studenten, das Repetitorium für Juristen, der Waschsalon oder der Laden für Mobiltelefone für neues Leben. Der Ökonom freut sich jedenfalls, dass diese Woche der Mietvertrag für die letzte freie Gewerbefläche unterschrieben wird. Becker verrät auch, was künftig in diesem Ladenlokal angeboten wird: mexikanische Spezialitäten zum Mitnehmen. Nach dem Umbau der Geschäftsräume soll der Gastronomiebetrieb am 1. April eröffnen. Kurioserweise habe er sogar noch weitere Interessenten, berichtet Becker. Aber jetzt geht nichts mehr, alle Läden und auch die 100 Wohnungen sind vermietet. Ein Großteil der Einzelhändler in der Passage sind Stamm-Mieter, wie die Inhaber des Edeka-Marktes (früher Markant), des Blumenladen, des Restaurants, des Buch- und Schreibwarenhandels, wie die Post und das Eiscafé. Das gilt auch für die Kioske auf der Brücke. Viele Inhaber sind dort schon lange ansässig, wie Andreas Bernhard, der dort seit 15 Jahren ein Reisebüro betreibt. Bernhard sieht die Entwicklung nicht ganz so positiv. Der Weggang der Sparkasse sei ein herber Verlust für die Passage. "Wichtig ist, dass die Post bleibt." Leerstände würden die Einkaufsatmosphäre stören, deshalb begrüßt Bernhard natürlich die Meldung von der Vermietung aller Lokale. Seiner Meinung nach würden die Einzelhändler doch unter dem Konkurrenzdruck durch das Ladenzentrum leiden. Das bestätigt auch die Inhaberin des Blumenladens, Christel Queins: "Uns fehlt es an Laufkundschaft. Sie war vor der Eröffnung stärker vertreten." Die Stammkundschaft sei ihr aber treu geblieben. Man sei zwar nicht ganz zufrieden, aber zuversichtlich, versichert Queins. "Wir musten uns stärker auf die Uni ausrichten, das war ein aufwändiger Prozess, aber er ist gelungen", berichtet Georg Stephanus, Inhaber der Buchhandlung im Treff und Vorsitzender des Beratungsvereins "Tarforster Höhe". Das Angebot habe sich verbessert. Wie Stephanus beobachtet hat, kommen auch schon verloren gegangene Kunden zurück, weil man im Treff in Ruhe einkaufen könne. Dass es jetzt keinen Leerstand mehr gibt, begrüßen alle Einzelhändler. Und Stephanus betont: "Der Treff hat bewiesen, dass er ein wichtiger Faktor ist." Das Thema morgen: Die Krabbelstube an der Universität wird hoch geschätzt.