Tuba versinkt in den Fluten

Tuba des Musikvereins Ruwer versinkt in den Mosel-Fluten. Ein Sporttaucher legt mit seiner Rettungsaktion eineinhalb Stunden den Schleusenverkehr lahm.

Detzem. (red) Für eineinhalb Stunden ging bei der Schleuse der Mosel-Staustufe Detzem gar nichts mehr: Eine Tuba des Musikvereins Ruwer war in den Fluten versunken und musste von einem Rettungstaucher geborgen werden.

Jahr für Jahr ist eine Fünf-Mann-Truppe des Musikvereins Ruwer mit ihrem Schiff, der "MS Blues-Oarsch", unterwegs - mal auf der Saar, mal in französischen Kanälen. In diesem Jahr führte die Hobby-Musiker ihre Tour auf die Mosel. In der Staustufe Detzem geschah dann das eigentlich Unmögliche: Eine extrem starke Windboe beförderte die Tuba eines Musikers von Deck der "MS Blues-Oarsch" geradewegs in die Mosel, wo sie versank.

Und alle Versuche, die Tuba mit dem Anker wieder nach oben zu befördern, scheiterten. Die letzte Rettung war ein Sporttaucher, der eigens aus Trier mit kompletter Ausrüstung angereist kam und sich bereiterklärte, nach der Tuba zu tauchen. Die Aktion legte für mehr als eineinhalb Stunden den kompletten Schleusenverkehr für Sportboote lahm. Und das, obwohl das abgesoffene Instrument gerade einmal ein paar hundert Euro wert sei, wie Lothar Pelzer von der "MS Blues-Oarsch"-Crew auf TV-Anfrage berichtet. "Aber die Tuba hat einen hohen ideelen Wert - es ist ein wahres Liebhaberstück."

Schleusen-Sperrung hin oder her: Die betroffenen Sportbootfahrer nahmen das Rettungsmanöver mit Humor. Als die Tuba schließlich aus dem trüben Wasser geborgen wurde, gab es sogar spontanen Applaus. Die Musiker revanchierten sich auf ihre Art: mit einem musikalischen Dankeschön für den Schleusenwärter und die wartenden Hobbykapitäne. Der Vorfall ereignete sich bereits Anfang August, wurde jedoch erst jetzt bekannt.