Turn- und Kilowattstunden

SCHWEICH. Solarstrom vom Dach der Grundschule am Bodenländchen? Vielleicht schon bald: Ein Grundsatzbeschluss in diese Richtung fiel in der jüngsten Sitzung des Schweicher Stadtrats.

Die Idee, das Schul- und Turnhallendach zur Solarstromerzeugung zu nutzen, war durch eine entsprechende Anfrage der Gesellschaft für Alternative Ingenieurtechnische Anwendungen mbH (Gaia) in Lambsheim gekommen. Der Gaia-Vorschlag: Ein Vertrag zur Errichtung einer Solaranlage auf dem Schul- und Hallendach gegen ein Nutzungsentgelt in Höhe von rund 1000 Euro pro Jahr. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte den Vorschlag mit Interesse verfolgt und nach intensiver Diskussion dem Stadtrat vorgeschlagen, sich über das Projekt und die damit verbundenen Fragen weitergehend zu informieren. Zur Ratssitzung erschien nun Gaia-Geschäftsführer Michael Wahl, um über die Möglichkeiten einer Bodenländchen-Solaranlage zu informieren und um sich den Fragen der Fraktionen zu stellen. Das Referat des Diplomingenieurs, bei dem die Vorzüge der Solarenergie im Allgemeinen und die Vorteile einer Anlage auf den Bodenlänchen-Dächern im Besonderen hervorgehoben wurden, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. Sehr positiv beurteilte Hans-Dieter Natus (SPD) die Idee. Er schlug vor, Kontakt mit der Verbandsgemeinde Prüm aufzunehmen, die bereits über Erfahrung mit Solaranlagen auf Schulgebäuden verfüge. Doch es gab auch kritische Stimmen: "Soll so ein schönes gebietstypisches Naturschieferdach wie das der Grundschule unter einer Solaranlage verschwinden? Und wer übernimmt im Falle einer Dachreparatur die Kosten für den erforderlichen Ab- und Aufbau der Anlage?", fragte Johannes Heinz von der CDU. Außerdem erschien ihm die angebotene Vergütung von 1000 Euro im Jahr doch "reichlich wenig". Grundsätzlich stimme seine Fraktion der Idee jedoch zu. Zunächst sollten aber mehrere Vergleichsangebote eingeholt werden."Neue Heizungsanlage wäre sinnvoller"

Johannes Lehnert von der FWG bezweifelte den ökologischen und ökonomischen Sinn einer solchen Kleinanlage. Lehnert: "Für die Umwelt und das Stadtsäckel wäre das Geld besser in einer neuen Heizungsanlage für die Schule investiert. Wir alle kennen die horrenden Kosten der alten Ölheizung." Die FWG werde allerdings den Grundsatzbeschluss mittragen, der aber auch für andere Alternativen wie Bio-Masse gelten sollte. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Im nächsten Schritt sollen nun Angebote weiterer Solaranbieter eingeholt werden. Ebenfalls auf den Weg gebracht wurde der Bebauungsplan "Ober dem Hof" an der K 35 in Issel. Aufgrund der unproblematischen Stellungnahmen der Behörden und einiger Anlieger hatte Architekt Hans-Peter Stolz entsprechende Änderungen eingefügt.