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TV-Forum zur Kultur in Trier (Video)

Diskussion : Wie geht’s weiter mit der Kultur in Trier? 150 Zuschauer verfolgen TV-Forum

Das Trierer Theater, das Jugendkulturzentrum Exhaus und die Tuchfabrik sind sanierungsbedürftig. Wie können diese Mammutaufgaben gestemmt werden? Und wie soll die Kulturlandschaft in Trier in der Zukunft aussehen? Zu diesem Thema hat der Trierische Volksfreund am Dienstagabend ein Forum organisiert. Rund zwei Stunden lang wurde intensiv und auch kontrovers diskutiert.

„Theater, Tufa, Exhaus - die Zukunft der Kultur in Trier“ lautete der Titel der Veranstaltung, zu der rund 150 Zuhörer ins Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer (IHK) gekommen waren, um mit diesen sechs Podiumsteilnehmern zu diskutieren: Cornelius Günther (Vorsitzender des Vereins Exzellenzhaus Trier), Hermann Lewen (Gründer des Mosel Musikfestivals), Manfred Langner (Intendant Theater Trier), Klaus Reeh (Vorsitzender des Vereins Tuchfabrik Trier), Thomas Schmitt (Kulturdezernent der Stadt Trier) und Ludwig von Auer (Professor der Universität Trier, Bereich Volkswirtschaft/Finanzwissenschaft).

Damit drehte sich die Diskussion zunächst um die größten baulichen Problemfälle, die die Trierer Kulturszene derzeit beschäftigen: Dem Sanierungsbeschluss für das Trierer Theater hatte der Stadtrat schon zugestimmt, als die Hiobsbotschaft kam: Das Exhaus ist so baufällig, dass es auf unbestimmte Zeit geschlossen werden muss. „Der Insolvenzplan war fertig, die Wiedereröffnung geplant - diese Nachricht war ein Keulenschlag“, sagte Günther. „Ein großes Unglück für die Stadt“, pflichtete Kulturdezernent Schmitt bei. Noch wisse niemand, was die Sanierung kosten werde. Erst dann könne über Zuschüsse gesprochen werden. Schmitt: „Ich werde hier keine Zahl in den Raum werfen.“ Sichtlich beeindruckt waren Günther und das ganze Exhaus-Team von der Hilfe und den Angeboten, die dann von verschiedenen Institutionen folgten. Und so wollen sie positiv in die Zukunft blicken: „Wir wollen den Schaden mit Chancen füllen.“

Die Sanierung des Drei-Sparten-Hauses Theater Trier ist mit 50 Millionen Euro veranschlagt. Intendant Langner: „Das Drei-Sparten-Theater ist der Grund, warum ich mich für Trier entschieden haben. Diese Struktur braucht bestimmte Bedingungen, die durch die Sanierung erfüllt werden.“ Eines sei aber auch klar: „Wir werden nicht im Luxus schwelgen, sondern schöne, machbare Sachen machen. Das Theater wird auch in Zukunft funktionieren, wenn die Infrastruktur da ist.“

Reehs Sorge, der geplante Tufa-Anbau, der dem Theater als Interimsstandort dienen soll, könne hinterher längerfristig zum Zweitspielort des Theaters werden, erteilten sowohl Schmitt als auch Langner eine klare Absage. Schmitt: „Der Anbau wird so konzipiert, dass er dauerhaft für die Tufa zur Verfügung steht. Dieser Stadtratsbeschluss wurde mit großer Mehrheit gefasst.“

Den Blick von außen lieferten Lewen und von Auer. Während Lewen ein leidenschaftliches Plädoyer dafür hielt, auch die anderen Kulturstätten wie Arena, Europahalle und Kaiserthermen nicht links liegen zu lassen, größer zu denken und etwas zu wagen, mahnte Finanzexperte von Auer an, die Ausgaben nicht aus den Augen zu verlieren: „Die Frage wird auftauchen: Wo kommt das Geld her? Darunter werden andere extrem wichtige Sachen naturgemäß leiden. Das darf man nicht vergessen.“