Kolumne : Mit Alptraum mit Marx & Co.

Es war ein gar fürchterlicher Alptraum, der mich da heimsuchte. Erst tauchten die Idioten aus der Versenkung auf, die vor elf Jahren die Konstantin-Füße umgekippt und beschädigt hatten. Die wurden übrigens nie ermittelt, aber Jupp vergisst bekanntlich nicht. Diesmal hatten die Landesausstellungs-Werbeträger-Zerstörer ein neues Ziel: die Marx-Statue! Aus dem neuerlichen Umsturzvorhaben wurde aber nix, weil auf dem Simeonstiftplatz bereits eine andere gespenstische Action im Gange war. Stadtbekannte und -berüchtigte Ramasser (Schrotthändler) sägten und schweißten schon an der Bronzefigur herum und skandierten: „Marx gehört uns! Marx ist Trierer! Und wir auch!“

Plötzlich brach der Vollmond zwischen den Wolken hervor und tauchte eine andere Horrorszenerie in fahles Licht. Neben dem Simeonstift tanzte eine Figur, die aussah wie Jabba the Hut aus „Krieg der Sterne“, nur noch weniger anmutig. In der einen Hand einen riesigen Döner, in der anderen eine Trillerpfeife. Das seltsame Wesen stampfte, schmatzte und pfiff. Da tat sich die Erde auf, und Kamerad Jabba plumpste in ein riesiges Loch, das sich anschließend mit einem lauten Glucksen wieder schloss. Alles wurde gefilmt von einem Kamerateam. Der Regisseur rief: „Keine Panik.Wir drehen einen Die-Dicken-zu-uns!-Werbespot für das Modehaus Marx.“

Foto: TV/Werhan, Michael

Ich erwachte schweißgebadet. Doch der Horror war noch nicht zu Ende. Ich wollte zur Beruhigung einen Viez trinken. Aber der Kühlschrank war – leer! Auf diesen Schreck brauchte ich erst mal einen Schnaps! Prost Karl, und herzlichen Glückwunsch!