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TV-Kolumnist Viez-Jupp geht effektiv gegen Lagerkollera vor

Kolumne Viezjupp : Effektiv gegen Lagerkollera!

Majusebädder, was sind das für verrückte Zeiten! In der Sim in Trier wirst du vom Schutzmann streng angeschaut, wenn du dich einer unverwandten Person unverwandt auf weniger als zwei Meter näherst – und auf dem Wochenmarkt herrschte am Freitag Gedränge wie in der Halbzeitpause an der Wurstbude im Moselstadion.

Gut, dass ich zugegen war. Da konnte ich mich gleich deeskalierend einbringen – als Schlangen-Entwirrer. Denn die Reihen der Anstehenden und die Auffassungen, wo das jeweilige Ende der Schlange sei, gingen so kreuz und quer durcheinander, dass bürgerkriegsähnliche Zustände drohten. Also habe ich mit dem Hinweis, ich komme vom Nikolaus-Koch-Institut, durch behutsames Umgruppieren für Ruhe und Ordnung gesorgt. Ich glaube, die Herrschaften vom Ordnungsamt waren mir sehr dankbar. Also bitte nicht wundern, wenn Mutti mit Premiumspargel zum Kilopreis von 17,50 Euro statt mit Schnitzel nach Hause gekommen ist.

Man muss ja was tun, wenn daheim die Lagerkollera droht. Deshalb gehe ich gerne an die frische Luft und leihe mir zu diesem Zwecke – wenn nicht gerade Wochenmarkt ist – den Hund der Nachbarin aus. Dann sieht meine Freiluftrunde nach systemrelevanter Betätigung aus.

Meine Gattin Bärbel widmet sich derweil dem Frühjahrsputz, hamstert Friseurtermine und kümmert sich dankenswerterweise auch darum, dass im Keller bald wieder Platz für nennenswerte Viezvorräte ist. Die ganzen Piccolopullen, die von ihrem jüngsten Geburtstag übrig geblieben waren, hat sie bereits „verarbeitet“, weshalb ich sie nun liebevoll „Sekt-Bärbel“ nenne.

Für zugezogene Mitbürger: Majusebädder ist übrigens ein mittelhochtrierischer Schreckensruf bei Verwunderung, zusammengezogen aus „Maria, Josef, Peter!“ oder auch aus „Maria, Josef, bittet für uns!“

Prost!