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TV-Kolumnist Viez-Jupp über die Tücken von Weiberfastnacht aus männlicher Sicht

Kolumne Viez-Jupp : Männertag an Weiberfastnacht

Das Imperium schlägt zurück. Will meinen: Was meine angeheiratete Göttergattin Bärbel kann, das kann ich auch: an Weiberfastnacht auf Jück gehen. Diesmal habe ich meine Runde am Augustinerhof gestartet, wo ich mich unter das Rathaus erstürmende Narrenvolk mischte.

Ich habe ja immer gedacht, der fette Donnerstag sei der Dienst-Tag, an dem im Verwaltungstempel am wenigsten gearbeitet wird. Aber weit gefehlt. Was war das für quirliges und elanvolles Gewusel! Ständig waren sie in Bewegung, die Rathäusler. Tanzen, singen, Getränkenachschub organisieren, nachschminken, mal gucken, was im Nachbarbüro so los ist ...

Prima. So kriegt man einen Arbeitstag auch rum. Hach, was wäre das schön, wenn die Herrschaften etwa beim Bearbeiten von Bauanträgen genauso effektiv wären.

Dann zur Proklamation auf den Hauptmarkt, wo mir Harald II. (für mich immer noch „et Härrijett“) mit der Bemerkung „Näää. Watt siehst Du wieder so unverschämt blendend aus, Josef!“ einen Prinzenpaar-Orden und ein Küsschen verabreichte.

Die eigentliche Entdeckung war aber die Heuschreck-Party ab dem späten Nachmittag in der Europahalle. War zwar längst ausverkauft, aber weil einige Gäste früher weg mussten, durfte ich doch noch rein. Acht Euro Eintritt, 1500 Leute, vier Bands, Mega-Stimmung. Leider war Bärbel auch da, und deshalb musste ich mich Libido-technisch stark zurückhalten und auf Verbal­erotik beschränken.

Alles in allem aber eine rundum gelungene Premiere für die Heuschreck-Fete. Nächstes Jahr gehe ich da wieder hin, auch wenn es eine Viez-freie Zone ist. Nun muss ich nur noch eine Alternativveranstaltung finden, wo ich Bärbel hinlotsen lassen könnte ...  Der nächste Fette Donnerstag ist ja erst am 11. Februar 2021. Prost & helau!