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TV-Kolumnist Viez-Jupp und der Corona-Wahnsinn

Kolumne Viezjupp : Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Immer wieder fragen mich in diesen Tagen die Menschen: „Jupp, wie hältst du es mit Corona?“ Antwort: „Heißt die nicht Carina?“ Okay, Spaß beiseite. Natürlich empfehle ich stets, auch mal die positiven Seiten zu sehen.

Die gibt’s zuhauf. So muss ich zum Beispiel nicht meine holde Gattin Bärbel zum Klamottenkauf am verkaufsoffenen Sonntag, 29. März, begleiten. Der ist nämlich abgeblasen. Schlappe 300 Euro (mindestens) gespart, sag ich nur.

Oder der wöchentliche Viezkumpel-Stammtisch. Zwei Teilnehmern aus südlichen Stadtteilen Triers habe ich bis auf Weiteres das vollzählige Nichterscheinen nahegelegt: „Ihr wohnt zu nah an Saarland, Luxemburg und Elsass/Lothringen.“ Gut, wenn die mal wegbleiben. Zwei Dummschwätzer weniger – da liegt die Deutungshoheit des Weltgeschehens fast ausschließlich bei mir.

Nicht zu vergessen die lieben Mitmenschen. Da sind einige plötzlich viel freundlicher und aufgeschlossener. So, als ob sie noch ein paar Karma-Punkte für die Zeit nach der Apokalypse sammeln wollten.

Also, für mich kommt Corona eine gefühltes Vierteljahrhundert zu spät. Was wäre mir alles erspart geblieben. Zweimal (zwangsweise) „Titanic“ im Kino gucken und einen Tanzkurs mitmachen. Und vielleicht wäre die Eintracht 2005 gar nicht aus der Zweiten Liga abgestiegen, weil die Saison vorzeitig beendet worden wäre und der fatale letzte Spieltag nie stattgefunden hätte.

Moment, ich bekomme gerade eine Eilmeldung vom Wirt meiner Stammkneipe: „Sorry, Leute. Ich mach’ den Laden wegen Corona erst mal dicht.“ Mist!