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TV-Serie Heimat-Genuss: Die pure Fleischeslust

Essen : TV-Serie Heimat-Genuss: Die pure Fleischeslust

Zwei Meister ihres Handwerks zeigen, wie sehr sie für ihren Beruf brennen – und wieso man dabei ein bisschen verrückt sein darf.

Sie sind beide Meister ihres Fachs, führen Handwerksbetriebe mit einer langen familiären Tradition und sehen die Fleischproduktion als Kunstform an, in der man höchste Qualität mit Originalität und auch Fantasie verbindet. Kai Leonhardt führt die Fleischerei Martin in der Trierer Paulinstraße, Marco Haag hat seinen Sitz in der Ortsmitte von Ruwer. Beide beweisen immer wieder, wie viel Freude und Genuss die Welt der Steaks, Schinken, Schnitzel und Salamis bereithält.

Am Eingang der Fleischerei Martin hängt eine Karikatur des Trierer Künstlers Johannes Kolz. Sie ist schon vier Jahre alt, aber immer noch bekannt und beliebt, denn sie zeigt einen großen Erfolg des Trierer Betriebs: den Gewinn des Fleischwurst-Pokals. Das bedeutet: Die beste Lyoner kommt nicht aus dem Saarland, sondern aus Trier. Kolz’ Karikatur zeigt den verdutzt guckenden Saarländer.

„Darauf sprechen uns die Leute immer noch an“, sagt Kai Leonhardt. Er ist seit 1995 Meister, sein Vater Klaus seit 1973, sein Sohn Konstantin seit 2017. Die Homepage des Betriebs (www.fleischerei-martin.de) zeigt die drei Meister nebeneinander mit dem grimmigen Gesichtsausdruck des entschlossenen Handwerkers. Nur Konstantin lässt ein kleines Grinsen sehen.

Leonhardt hat mit seinem Betrieb schon viele Preise und Auszeichnungen erhalten, aber die beste Lyoner ist etwas Besonderes, zumal er sie dreimal gewonnen hat. 2003, 2005 und 2015.

Doch die Weiterbildung hört niemals auf, wenn man für seinen Beruf brennt. Leonhardt trägt eine Schürze, auf der „Fleisch-Sommelier“ steht. Der Begriff Sommelier stammt aus einer anderen Genuss-Welt – der des Weins. Doch er passt auch zum Fleischerhandwerk.

„Die Weiterbildung fand statt in der Fleischereischule Landshut“, erklärt Leonhardt. Wer Fleisch-Sommelier werden will, muss Zeit und Energie aufwenden und eine schriftliche und mündliche Prüfung bestehen. „Wir wollen höchstmögliche Qualität bieten und stellen deshalb auch höchstmögliche Ansprüche an uns selbst“, betont der Fleischermeister aus der Paulinstraße, der 24 Mitarbeiter beschäftigt.

Marco Haag hat ein klar definiertes Bild von sich selbst. Er ist der verrückte Metzger. Seine Homepage (www.fleischerei-haag.de) zeigt ihn inmitten züngelnder Flammen. „In diesem Bild liegt viel Wahrheit“, sagt Haag. „Ich brenne wirklich für diesen Job, und ich bin auch tatsächlich ein bisschen verrückt.“ Was ja nicht schlecht sein muss. Im Gegenteil.

Im Gegensatz zu Kai Leonhardt, der mit seinem Team die klassische Produktpalette eines renommierten Fleischereibetriebs anbietet, setzt Marco Haag auch auf Eventgastronomie. Er bietet Steak-Tastings an. „Ich habe damit vor vier Jahren begonnen und habe damit großen Erfolg“, sagt Haag. Neben seinem Ladengeschäft in der Rheinstraße in Ruwer hat er einen Saal eröffnet, den er „Handwerk 1901“ nennt. Dort bringt er seinen Gästen die Welt der Steaks (siehe Info) nahe. „Mittlerweile kommen nicht nur Fleischliebhaber“, sagt er.

Doch es geht auch mal um die Wurst: Wer wissen will, wie man sie selbst macht, ist bei Haag richtig. Ebenso wie Kai Leonhardt bietet auch Haag eine riesige Produktpalette an, vom Spanferkel bis zur Lyonerpfanne. „Manchmal musst du eben auch bekloppt sein und Sachen versuchen“, sagt der Fleischermeister aus Ruwer. Zum Beispiel das Einlegen von Fleisch in alte Weinfässer.

 Marco Haag aus Ruwer nennt sich selbst den „verrückten Metzger“. Mit ungewöhnlichen Ideen wurde er zum Star in der Welt der Steaks.
Marco Haag aus Ruwer nennt sich selbst den „verrückten Metzger“. Mit ungewöhnlichen Ideen wurde er zum Star in der Welt der Steaks. Foto: Friedemann Vetter

Der Mut zum Experiment wird belohnt: Haag ist nicht nur ein Meister, sondern ein Star seines Fachs.