"Typisch norddeutscher Humor"
Der Franz Weissebach-Preis geht zum dritten Mal in Folge an eine Frau: Die Generaloberin der Trie rer Borromäerinnen, Schwester Elisabeth Mues, erhielt am Sonntagabend die 22. Auszeichnung der Trierer Prinzenzunft aus den Händen ihres Präsidenten, Rolf Schichel.
Trier. (gsb) Mal sehen, ob der nächste Rosenmontagszug besonders lustig wird: Wenn er nämlich durch die Feldstraße verliefe, würden sich die Borromäerinnen ebenfalls beteiligen, hieß es bei der Verleihung des Weissebach-Preises. Mit Elisabeth Mues trifft es in diesem Jahr ein gebürtiges "Nordlicht": 1944 in Bordesholm (Kreis Rendsburg) geboren, überraschte die Krankenschwester bei der Erstkommunionsfeier ihres jüngsten Bruders die ahnungslose Familie mit der Nachricht, dass sie ins Kloster gehen wolle, berichtete die Vorjahres-Preisträgerin Ingrid Kostka. "Wie eine Bombe schlug die Nachricht ein, und das Fest war damit geschmissen!" Um das Klosterleben kennenzulernen, trat Mues 1965 den Borromäerinnen in Trier bei, kehrte kurzzeitig nach Hause zurück, um sich dann endgültig für das Kloster zu entscheiden. Es folgten Noviziat, Studium der Religionspädagogik, Referendariat in der städtischen Realschule am Barbaraufer, Lehramt in Vallendar, Lehrerin für Krankenpflege und Stationsschwester in Bingen, Mitglied der Ordensleitung in Trier und Leiterin der Krankenpflegeschule des Mutterhauses. Von 1990 bis 1996 war sie stellvertretende Generaloberin. Seit 13 Jahren steht Mues als Generaloberin an der Spitze des Ordens und ist verantwortlich für alle Einrichtungen in Deutschland, Holland, Tansania und Korea. "Preußisch-zackig" gehe es bei den Schwestern zu, bemerkte Schichel schmunzelnd mit Blick auf die militärischen Titel im Orden. "Erfülle ich die Kriterien für den Preis?", habe Mues sich bei der Preisnominierung überlegt. Mitschwestern hätten ihr einen typischen norddeutschen Humor attestiert - "Was auch immer das ist". Auch im Konvent werde viel gelacht und im Kloster gleichfalls Karneval gefeiert. Das sahen auch die Gäste, darunter ein beachtlicher Querschnitt des Mutterhaus-Personals, so und spendeten kräftigen Beifall. Bevor sich die Gäste den kulinarischen Genüssen im Barocksaal der Sektkellerei Bernard-Massard hingaben, überreichte Schichel der frischgebackenen Preisträgerin die diesjährige Urkunde "in Würdigung und Anerkennung der Verdienste um den Karneval in Trier und für die beispielhafte Erhaltung und Förderung heimatlichen Brauchtums".