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Über 400 Trierer demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Über 400 Trierer demonstrieren gegen NPD-Aufmarsch

Mehr als 400 Demonstranten haben am Samstagnachmittag vor der Porta Nigra gegen die NPD protestiert, die mit 80 Sympathisanten auf dem Simeonstiftplatz eine Kundgebung abhielt. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich, es flogen lediglich vereinzelt ein paar Eier, Tomaten und Flaschen gegen die NPD-Sympathisanten.

 Die Gegendemonstranten haben sich zwischen Porta Nigra und Hauptbahnhof versammelt.
Die Gegendemonstranten haben sich zwischen Porta Nigra und Hauptbahnhof versammelt. Foto: Christian Kremer
 Ein Großaufgebot von Polizei ist am Simeonstiftplatz, dem Kundgebungsort der NPD, aufgefahren.
Ein Großaufgebot von Polizei ist am Simeonstiftplatz, dem Kundgebungsort der NPD, aufgefahren. Foto: Christian Kremer

12.00 Uhr: "Wir wollen Euch nicht in unserer Stadt", rufen die Demonstranten den Neonazis entgegen, die sich gegen 14 Uhr am Hauptbahnhof versammeln wollen. Unter den Kundgebungsteilnehmern ist auch OB Klaus Jensen.

Die Veranstaltung vor der Porta ist kurzzeitig unterbrochen, viele Demonstranten sind auf dem Weg zum Bahnhof. Ein großes Aufgebot an Bereitschaftspolizei soll ein Aufeinandertreffen von NPD und Gegendemonstranten verhindern. Die Demonstranten sind friedlich und rufen: "Nazis raus!" Kurze Zeit später lässt die Polizei die Gegendemonstranten in Richtung Bahnhof ziehen. Am Balduinsplatz werden die Protestierenden aber wieder gestoppt.

13.15: Die Polizei hat den Raum um den Hauptbahnhof weiträumig abgesperrt. Gegendemonstranten sammeln sich an der Ecke Nordallee/Paulinstraße. Von der NPD ist am Hauptbahnhof nichts zu sehen.
13.50 Uhr: Die Gegendemo kommt am Hauptbahnhof an. Die Polizei hat sie über die Ostallee und am Alleencenter vorbei geleitet. Die Demonstanten sind weiter friedlich, aber die Situation ist gespannt. Es sollen 1000 Polizisten im Einsatz sein. Von der NPD ist bislang nur ein Lautsprecherwagen aufgetaucht.

14.30 Uhr: Hängepartie am Hauptbahnhof: Zwei Handvoll NPD-Demonstranten stehen mit einem Transparent an der Bushaltestelle und wollen offenbar nicht losmarschieren. Die rund 400 Gegendemonstranten verteilen sich zunehmend entlang der von der Polizei abgeriegelten Demonstrationsroute Richtung Porta.

14.59 Uhr: Mit fast einer Stunde Verspätung beginnt der NPD-Demonstrationszug am Hauptbahnhof. Unter heftigen "Nazis raus"-Rufen machen sich rund 40 Demonstranten auf den schwer bewachten Weg. Die Polizei begleitet den Zug mit einem grossen Aufgebot. An der Porta warten etwa 200 Gegendemonstranten auf die Neonazis. Einige Polizisten stehen ihnen in voller Montur gegenüber. Am Bahnhof soll es angeblich aggressiver werden.
An der Porta treffen der NPD-Zug (inzwischen 80 Teilnehmer) und die um etliches zahlreicheren Gegendemonstranten aufeinander. Es fliegen wassergefüllte Luftballons und vereinzelte Flaschen, aber die Polizei verhindert eine weitere Eskalation. Dann beginnt die NPD-Kundgebung auf dem Simeonstiftplatz.

15.20 Uhr: Offenbar auch eine der Auswirkungen der Demonstrationen: Auf den Straßen in Trier-Nord herrscht ziemliches Chaos, vor allem im Bereich Paulinstraße, am Moselufer in Höhe der Kaiser-Wilhelm-Brücke und auf der Ostallee.

15.30 Uhr: Abschlusskundgebung auf dem Simeonstiftsplatz. Die Polizei trennt Gegendemonstranten von den Neonazis. Es ist laut, aber friedlich.

16.25 Uhr: Mit allen drei Strophen des Deutschlandlieds ist die NPD-Kundgebung zu Ende gegangen. Die rund 80 Demonstranten machen sich stark bewacht auf den Rückweg zum Bahnhof. Die Gegendemonstranten stehen Spalier und beschimpfen die NPD-Sympathisanten.

16.50: Der NPD-Demonstrationszug löst sich mit einer Abschluss-Kundgebung am Hauptbahnhof auf. Zuvor war es an der Porta zu einer heiklen Situation gekommen, als NPD und Gegendemonstranten sich sehr nahe kamen und Eier, Tomaten, aber vereinzelt auch Flaschen auf die Demo-Teilnehmer flogen. Die Polizei sorgte im Weiteren aber für ausreichenden Sicherheitsabstand. Verletzte gab es nicht.

18.55: Eine ingesamt positive Bilanz hat die Polizei nach ihrem Großeinatz bei der NPD-Demonstration in Trier gezogen. Es sei gelungen, größere Gewalttätigkeiten zu verhindern. Insgesamt erteilte die Polizei 24 Platzverweise und nahm fünf Personen vorläufig fest, weil sie Wurfgegenstände wie etwa einen Stein oder Feuerwerkskörper einsetzten. Ein 18-Jähriger wurde festgenommen, weil er zuvor den Aufzug mit Gegenständen beworfen hatte und Pfefferspray gegen Polizeibeamte einsetzte, die die Wegstrecke sicherten. Vier Beamte erlitten nach Polizeiangaben durch die Pfeffersprayattacke leichte Verletzungen.
Aufgrund des Polizeieinsatzes und den damit einhergehenden Straßensperrungen kam es im Stadtgebiet zeitweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Unterstützt wurde das Polizeipräsidium Trier bei der Bewältigung des Großeinsatzes durch die Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz und des Saarlandes sowie von Beamtinnen und Beamten der Polizeipräsidien Mainz, Koblenz und Rheinpfalz und der Bundespolizei.