Über die "Fääler Messerhelden"

Über die "Fääler Messerhelden"

Wann Feller Ehefrauen ihre Männer nach durchzechter Nacht nicht beschimpfen, ist nur eines der Geheimnisse, die das Heimatvarieté Saalü! am Samstag ab 20 Uhr im gerade eingeweihten "Winzerkähla" lüften wird.

Fell. (red) Das Heimatvarieté ist mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur und mit Geschichten aus Dorf und Saal im 14. Jahr in Rheinland-Pfalz unterwegs. "Fääl" und die "Fääler Messerhelden", die bis in die 50er Jahre neben der Landwirtschaft in 120 Schiefergruben arbeiteten, werden den ganzen Saalü!-Abend lang Thema sein. In dieser Nähe zum Dorf und seinen großartigen Geschichtenerzählern und Akteuren liegt, so Projektleiterin Martina Helffenstein, das Erfolgsgeheimnis des Dauerbrenners Saalü!: "in der trotz aller Unkenrufe lebhaften und lebendigen Dorfkultur, die von der Saalü!-Truppe mit Professionalität und viel Liebe kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt wird". Von Urkomödiantin und Vollblut-Anarchistin Charla Drops, der Erfinderin der getanzten Satire (Theater Unart, Mamma Grappa), von Mark Welte (Pappenheim Peepshow, Comic-on), der auch als Autor fürs Fernsehen arbeitet (Mitternachtsspitzen, Freitag Nacht News, Ladykracher mit Anke Engelke), vom Musiker, Sänger und Komponisten Michael Meierjohann, der im Rheinland kammertheatert und auch Oratorien singt und von Wolfgang Müller (Düsseldorfer Kom(m)ödchen, Müller-Huber), der "Seltsames Kabarett-Theater" macht und sich als Mann beim Frauenkabarett "Mamma Grappa", den Ruf des Frauenverstehers erwarb. Seit 2006 moderiert er auch Saalü! Da ist er "Gündä" und will immer alles ganz genau wissen: über das Dorf, über den Saal. Auch in Fell, wo sich alles um "Stein und Wein" dreht. Ob es stimmt, dass der Ackerbau so steinig war, dass man den Berg erst mal fast einen Meter tief umgraben musste, um überhaupt Wein anbauen zu können, und mit welchem Stein aus Fell dann der Kölner wie Trierer Dom eingedeckt wurden. Welches Gebläse im Herbst die ganze Nacht und laut bis Thomm durchlief, und was die Winzergenossenschaft damit zu tun hatte. Berichtet wird, was es mit der "Prüfung der Kapelle" auf sich hatte, und wer in Trier eine Hose mal mit einem Tausend-Mark-Schein bezahlen wollte, der erst nach Rücksprache mit dem Bürgermeister gewechselt werden konnte. Wer der "Ipperle" war, wo die Manschettenbauern wohnen und wie ein Gerichtsvollzieher einmal eine Hochzeit im Kuhstall störte, erzählen viele Feller.Aus Fell auf der Saalü!-Bühne stehen die Bergmannskapelle und der Männergesangverein unter dem Motto "Wo Eintracht sich mit Manneswille paart, da muss ein echtes Lied gedeih'n". Valentin Krämer wird eigene Werke übers "Döerf" und mit vier anderen Mannen als "Gäsberg-Trio" nicht nur das Feller Lied vortragen. Karten im Vorverkauf 8 Euro im Winzerkeller und bei der Volksbank; an der Abendkasse 10 Euro.