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Über die Grenzen hinweg zusammenwachsen

Über die Grenzen hinweg zusammenwachsen

Mehr als 70 Projekte sind in den drei Verbandsgemeinden Konz, Trier-Land und Saarburg zwischen 2007 und 2014 durch Geld von der EU auf den Weg gebracht worden. In der neuen Förderperiode ab 2015 soll die Zusammenarbeit mit Partnern in Deutschland und Luxemburg intensiviert werden. Auch neue Vorhaben werden gesucht.

Trier/Konz/Saarburg. Jeder kann Vorschläge machen. Darauf legen Bürgermeister Jürgen Dixius als Vorsitzender und Thomas Wallrich als Geschäftsführer der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Moselfranken großen Wert. Im kommenden Jahr beginnt eine neue, sechs Jahre laufende Förderperiode, in der die Europäische Union lokale Projekte über das sogenannte Leader-Programm finanziell unterstützt. Insgesamt rund 2,1 Millionen Euro sind so in den vergangenen Jahren in die Verbandsgemeinden Trier-Land, Konz und Saarburg geflossen (siehe Extra).
Das Geld von der EU deckt jedoch immer nur einen Teil der Ausgaben. Den Rest übernehmen Kommunen oder private Organisationen. Wallrich geht deshalb davon aus, dass aufgrund von Leader-Projekten gut vier Millionen Euro umgesetzt worden sind. Für die kommenden Jahre rechnen Dixius und Wallrich sogar mit 2,45 Millionen Euro.
Doch ehe das neue Geld fließt, muss eine Hürde genommen werden. Im kommenden Jahr wird das Land auswählen, in welche Regionen überhaupt Leader-Geld fließen wird. "Wir sind guter Hoffnung, dazuzugehören", sagt Dixius. Vor allem auch deshalb, weil die Moselfranken ein Ass im Ärmel haben. Sie wollen noch stärker mit der LAG Miselerland aus Luxemburg kooperieren, in der sich die Gemeinden an der luxemburgischen Mosel zusammengeschlossen haben. Ein entsprechendes grenzüberschreitendes Entwicklungskonzept ist bereits verabschiedet worden. Zudem soll der Austausch mit den LAG-Regionen Bitburg-Prüm und Merzig-Wadern im Saarland verstärkt werden.
Schon bisher haben die verschiedenen Aktionsgruppen zum Teil auch transnational kooperiert, wie etwa bei dem Projekt Straße der Römer, mit dem das keltisch-römische Erbe in der Region für den Tourismus erschlossen werden konnte. Es verbindet mehr als 100 römische Sehenswürdigkeiten der Ferienregionen Mosel-Saar, Eifel, Hunsrück, Saarland und Luxemburg.
Die Zusammenarbeit mit dem Miselerland wird auch dazu führen, dass es Projekte geben wird, die bisher in der Region selten waren. Denn links der Mosel standen bislang stärker gesellschaftlich orientierte Vorhaben im Vordergrund. So gibt es dort etwa eine Initiative, die das Thema Frauen und Weinbau im Fokus hat. Rechts der Mosel ist hingegen in den vergangenen Jahren viel in den Ausbau touristischer Infrastrukturen - wie etwa das römische Kulttheater in Kastel-Staadt - investiert worden.
Pendlerplatz auf dem Saargau



Doch es geht auch anders: Dixius: "Ich kann mir vorstellen, dass beide lokale Arbeitsgruppen ein Projekt aufsetzen, in dem sie untersuchen lassen, ob etwa ein zentraler Pendlerparkplatz auf dem Saargau sinnvoll ist." Auf der Grundlage dieser Untersuchung könnte dann eine entsprechende Planung angeschoben werden. Sicherlich würde sich auch das Land Luxemburg an entsprechenden Ausbaukosten beteiligen. Der zuständige Verkehrsminister François Bausch hatte diese Idee bereits vor einigen Monaten geäußert.
Voranbringen wollen die Macher der lokalen Aktionsgruppe jedoch auch andere Ideen jenseits von Parkplätzen oder der finanziellen Unterstützung von Sanierungsvorhaben. Thomas Wallrich: "Bisher sind alle an uns herangetragenen Projektvorschläge von unserer Seite aus unterstützt worden."
Ansprechpartner VG Konz: Erhard Holbach, Telefon 0501/83-173, E-Mail: holbach.fb3@konz.de ,
VG Trier-Land: Georg Schmeltzle, Telefon 0651/9798-404, E-Mail: georg.schmeltzle@trier-land.de ,
VG Saarburg Thomas Wallrich, Telefon 06581/81-280, E-Mail: moderator@vg-saarburg.de
Extra

Projekte: Ganz unterschiedliche Vorhaben wurden oder werden durch Geld der europäischen Leader-Initiative mitfinanziert. Unter anderem gab es Geld für den Dorfpark Lebensfluss in Fisch, den Bürgerbus in der Verbandsgemeinde Saarburg, für Kanuanlegestellen an der Mosel in Nittel, Temmels und Oberbillig oder für die Gestaltung von Kirchenumfeld und Dorfcafé in Trierweiler-Sirzenich. har