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Über welche Straßen fährt der Kies? - Moselgemeinden befürchten Belastungen durch LKW-Transporte

Über welche Straßen fährt der Kies? - Moselgemeinden befürchten Belastungen durch LKW-Transporte

Am Neumagener Berg soll Kies abgebaut werden. Noch ist offen, über welche Straßen der Abtransport erfolgen soll. Umliegende Gemeinden wie Piesport (siehe Extra) und Trittenheim befürchten, dass sie von den Routen tangiert werden.

Trittenheim/Neumagen-Dhron. Bereits 2002 beschloss der Gemeinderat Neumagen-Dhron, einen Kiesbbau am Neumagener Berg vertraglich mit dem Niersbacher Unternehmen Kies-Bandemer zu vereinbaren (siehe Hintergrund). Nun soll es ernst werden - und die spannende Frage ist, über welche Straßen der Kies abtransportiert werden soll. Trittenheims Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig mahnte kürzlich im Verbandsgemeinderat Schweich an, frühzeitig zu reagieren. Der Abtransport könne vom Neumagener Berg aus in Richtung Leiwen oder Trittenheim erfolgen.
Laut Bollig will Bandemer auf einem rund 40 Hektar großen Gelände Kies abbauen. Und zwar 2,5 Millionen Kubikmeter für die Dauer von 15 Jahren. VG-Bürgermeisterin Christiane Horsch sagte, der VG-Rat Schweich werde dazu eine Stellungnahme abgeben. Der Trittenheimer Gemeinderat will sich am Mittwoch, 25. Februar, mit dem Sachstand befassen.
Im Neumagener Gemeinderat erläuterte Bandemer-Betriebsleiter Peter Jaax die bisherigen Schritte. Demnach ist nach aktuellem Stand nahe der Furt, die ursprünglich im Gespräch war, der Bau einer Brücke über die Dhron angedacht (siehe Extra). Die Kosten des Bauwerks in der Nähe einer stillgelegten Brunnenanlage will das Unternehmen tragen. "Wir brauchen Planungssicherheit", bat Jaax die Ratsmitglieder um ihre Entscheidung für einen Abfuhrweg.
Denkbar sind sowohl der Bau einer Brücke am Leienhaus als auch die Friedhof-Variante, deren Problematik bisher nicht gutachterlich geprüft wurde. Auch für die Brücken-Variante müsste das Unternehmen weitere Gutachten beauftragen. Dass sich die Planungen nun bereits zwölf Jahre hinziehen, ist laut Jaax nicht ungewöhnlich. "Wenn wir eine Kiesfläche oder Nutzungsrechte kaufen, sind fünf Jahre Vorlaufzeit eigentlich üblich." Die jetzige Zeitschiene sei also "nichts Spektakuläres". Pro Stunde sei mit zwölf LKW-Fahrten zu rechnen, hieß es im Rat.Extra

Das Unternehmen Kies-Bandemer kaufte 2002 die Rechte, am Neumagener Berg Kies auszubeuten. Daraufhin liefen die Planungen an, was 2009 in konkretere Gespräche mit der Gemeinde mündete. Zuvor war 2006 die Umweltverträglichkeit der vom Ortsgemeinderat ursprünglich gewünschten Abfuhrwege untersucht worden. Angedacht waren Wege, die zwischen den Ortsteilen Dhron und Papiermühle einmünden und am Leienhaus-Tennisplatz durch eine Furt der Dhron führen. Die zuständige Behörde, die SGD Nord, lehnte dies jedoch aufgrund wasserrechtlicher Bedenken ab, was dem Kies-Abbauer nicht unrecht war. Denn abgesehen von der Wasserverunreinigung könnten längerfristig auch Fahrzeuge Schaden nehmen. Die nächste Variante sollte entlang der alten Kiesgrube führen und nahe des Friedhofs Papiermühle an der Strecke nach Dhrönchen einmünden. Sie war 2013 vom Tisch, als ein Mitarbeiter der Forstverwaltung Bedenken wegen der Standfestigkeit des Hanges nahe der Ortslage äußerte. Ein Fachgutachten hierzu gibt es bisher nicht. ursExtra

Ortsbürgermeister Stefan Schmitt aus Piesport geht davon aus, dass die Gemeinde den Kiesabbau kaum verhindern, möglicherweise aber die Wegeführung beeinflussen kann. Die Abfuhr dürfe nicht durch Piesport gehen, hieß es im Gemeinderat. Von vier möglichen Routen befürwortet Schmitt die von einer Bürgerinitiative angeregte Strecke über Büdlicherbrück Richtung Autobahn. Die Kreisverwaltung möchte den Rat am Donnerstag, 26. März, um 18 Uhr im Bürgerhaus informieren. urs