Überfall auf zwei Frauen

Zwei junge Frauen sind am Mittwochabend im Trierer Stadtteil Heiligkreuz von zwei Jugendlichen überfallen worden. Mit einer Schusswaffe wollten sie Zigaretten und Geld erpressen. Die Polizei sucht Zeugen.

Trier-Heiligkreuz. Es sind Szenen wie aus einem Spielfilm, die sich am Mittwochabend im Trierer Stadtteil Heiligkreuz abspielen. Eine junge Frau, die in der De-Nys-Straße unterwegs ist, wird an einer Bushaltestelle von einem etwa 14 Jahre alten Jugendlichen angesprochen. Er fragt sie, ob sie Zigaretten habe. Die 23-Jährige verneint und will weitergehen. Doch der Jugendliche lässt sie nicht ziehen, fragt nach Geld. Als die junge Frau auch das ablehnt, wird der Jugendliche deutlicher, zückt eine Waffe und zielt damit auf den Kopf der Frau. Erneut verlangt er Geld.

Die 23-Jährige lässt sich das nicht gefallen, tritt dem Jugendlichen in den Unterleib. Im nachfolgenden Gerangel schlägt der Täter der Frau mit der Waffe auf den Kopf und flüchtet. Ein weiterer Jugendlicher, der auf der Bank an der Bushaltestelle sitzt, flüchtet gemeinsam mit dem Angreifer. Nur wenig später, um 20.30 Uhr, lauern die beiden jungen Leute einer weiteren Frau in der Straße Am Kiewelsberg auf. Sie springen aus einem Gebüsch, als eine 29-jährige Passantin vorbeikommt, fordern erneut Zigaretten und Geld. Wieder hält ein Täter die Waffe in der Hand. Geld hat die 29-Jährige nicht bei sich, übergibt den beiden Räubern jedoch aus Angst ihr Handy. Die Täter flüchten den Kiewelsberg in Richtung Töpferstraße hinab.

Als die Polizei davon erfährt, wird sofort eine groß- anlegte Fahndung eingeleitet, die bislang jedoch noch ohne Erfolg geblieben ist. Um welche Art von Schusswaffe es sich bei dem Überfall gehandelt hat, ist der Polizei nicht bekannt.

Die Jugendlichen werden wie folgt beschrieben: Der Wortführer, der in beiden Fällen auch die Waffe hielt, ist etwa 14 Jahre alt, etwa 160 bis 165 Zentimeter groß und schlank. Er trug eine Jeanshose, einen dunklen Kapuzenpulli und eine dunkle Jacke. Der Junge sprach deutsch ohne erkennbaren Akzent, jedoch mit auffallend tiefer Stimme. Sein Begleiter wird als etwas größer und korpulenter beschrieben.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter Telefon 0651/46324025 oder Telefon 0651/9779-3200 zu melden. Extra Richtiges Verhalten im Ernstfall: Die junge Frau, die sich beim bewaffneten Überfall zur Wehr gesetzt hat, habe großes Glück gehabt, sagt Elmar Esseln, Leiter der Beratungsstelle der Polizei Trier. "Das ist jedoch nicht das Verhalten, das wir empfehlen." Wer mit einer Waffe bedroht werde, solle am besten das tun, was der Täter verlangt. "Zivilcourage und Notwehr sind in Ordnung - aber man sollte auch überlegen, ob Waffengleichheit herrscht." Anstatt Gegenwehr zu leisten solle man sich lieber Aussehen, Sprache, Alter und Kleidung des Angreifers einprägen und, sobald die erste Möglichkeit bestehe, die Polizei rufen. "Portemonnaie oder Handy - das bekommt man im Regelfall ersetzt", sagt Esseln. "Die Gesundheit aber nicht." Frauen, die nachts unterwegs sind, empfiehlt der Beratungsstellenleiter, sich am besten eine Begleitung zu suchen. Im Falle eines Angriffs sollten sie um Hilfe rufen. "Vielleicht beobachtet dann jemand die Tat", sagt Esseln. Wer in einem solchen Fall helfen wolle, solle nur so weit eingreifen, dass er sich nicht selbst in Gefahr bringe. (ags)