Überraschung in der Sonntagsmesse
Leiwen/Dhron · Der gebürtige Dhroner, Dieter Matheus, ist seit 30 Jahren Chorleiter und Organist in Leiwen. Jetzt wurden seine Verdienste während eines Gottesdienstes entsprechend gewürdigt.
Leiwen/Dhron. Es sollte ein ganz normaler Sonntag für Dieter Matheus werden. Aber alles kam anders. Jeder im Chor, seine Familie und insbesondere Pastor Michael Meiser waren eingeweiht. Nur der 74-jährige Matheus ahnte und wusste von nichts, wie er anschließend erzählte. Wie immer seit 30 Jahren kam er in die Sakristei der Pfarrkirche St. Stephanus in Leiwen, um als Organist den musikalischen Ablauf für die Sonntagsmesse mit Pastor Meiser zu besprechen.Lieder selbst komponiert
Die Jubiläumsmesse von Matheus sollte eine Überraschung werden. Chormitglied Elisabeth Weis erklärt: "Unser Dirigent ist kein normaler Chorleiter." Im Laufe der Jahre habe er immer wieder selbst Lieder vertont, die heute zum Repertoire des Chores gehören. Zu seinem 30. wollten die Aktiven eine Messe gestalten, die einzig und allein aus seinen selbstgeschriebenen Liedern bestehen sollte. Weis erzählt weiter: "Deshalb haben wir in den letzten Wochen jeden Dienstag mit ihm geprobt - ganz normal. Doch dann ließ sich Pastor Meiser die schöne Idee einfallen. Heimlich probten wir mit dem Chorleiter des Männergesangvereins, Detlef Lehnert, die Messe ein, um sie aufführungsreif zu machen."
So eröffnete Pastor Meiser dem Jubilar kurz vor dem Gottesdienst, dass sein Platz nicht auf der Empore an der Orgel sei, sondern unten in den Kirchenbänken, wo seine Familie schon Platz genommen hatte. Der Pastor hatte alle "Dieter-Matheus-Lieder" liturgisch in diese ganz besondere Jubiläumsmesse eingeordnet, die nun der Chor mit dem geliehenen Dirigenten Lehnert für ihn sang.
Ein Lied, das die Sängerinnen und Sänger schon während der Proben beindruckte, "Gebet zur Muttergottes vom Lindenberg", hat Meiser in die Predigt eingebaut. Beendet wurde diese Messe mit dem Sakramentalen Segen, denn ein "Tantum ergo" gehört auch zu den Matheus-Kompositionen. Der Diözesan-Cacilienverband dankte Matheus für seine langjährige Treue im Dienste der Musica Sacra mit einer Urkunde. Er habe damit an der Verkündigung des Evangeliums mitgewirkt und das Gotteslob weitergetragen.
Nach dem Gottesdienst ließen sich die Mitwirkenden nach der Gratulationsrunde einige gute Tropfen aus den Winzerkellern munden. Matheus wurde dabei ein großer Präsentkorb mit einem Geschenk von jedem Chormitglied überreicht.
Weis sagte abschließend: "Es ist ein kleines Dankeschön für tausende Stunden in 30 Jahren, in denen er uns mit Engelsgeduld und pädagogischem Geschick Noten beigebracht hat für hunderte Aufführungen bei kirchlichen und weltlichen Festen."
Extra
Mit neun Fingern an der Orgel: Mit zehn Jahren wurde Matheus der kleine Finger der rechten Hand amputiert. Trotzdem konnte er alle Organistenprüfungen bestehen. In der Realschule Neumagen arbeitete er viele Jahre als Musiklehrer. Das Abitur und das zweijährige Studium der Schulmusik in Mainz folgten. dis